Grazerinnen und Migrantinnen schaffen EU-Wörterbuch

2. Dezember 2005, 11:21
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Frauen unterschiedlicher Herkunft definieren gemeinsam unter fachlicher Anleitung EU-Begriffe - Teilnehmerinnen gesucht

Graz - Mit Begriffserklärungen rund um die EU werden sich ab kommenden Jänner ältere Grazerinnen gemeinsam mit Migrantinnen in einem Projekt der Gefas Steiermark - Gesellschaft zur Förderung der Alterswissenschaften und des Seniorenstudiums - beschäftigen. In der Zusammenarbeit soll ein "Wörterbuch der EU" entstehen, das rund 50 Erklärungen zu ausgewählten Begriffen aus Themenbereichen der Europäischen Union enthalten soll. Dabei sollen Grazerinnen ab 50 Jahren gemeinsam mit ausländischen Frauen arbeiten - und so die Scheu voreinander verlieren.

"Chancen für alle"

Es gehe um "Gender"-Gerechtigkeit und das gegenseitige Verständnis älterer Frauen und Migrantinnen, erklärte Projektleiterin Angelika Schirmhofer im Gespräch mit der APA. Einerseits seien Migrantinnen besonders benachteiligt, andererseits hätten vor allem ältere Menschen gewisse Ängste gegenüber AusländerInnen. Deshalb starte Gefas in Kooperation mit dem Frauenreferat der Stadt Graz das Projekt "Chancen für alle".

In ab Jänner 14-tägig stattfindenden Workshops sollen je eine Grazerin und eine Migrantin Begriffe auswählen und gemeinsam nach einer verständlichen Definition suchen: "Jede Frau kann so selbst bestimmen, welche Begriffe interessant sind", so Schirmhofer. Mit FachreferentInnen sollen diese weiter vertiefend bearbeitet und im Wörterbuch zusammengefasst werden. "Erst, wenn die Begriffe wirklich allen Teilnehmerinnen verständlich sind, können wir davon ausgehen, dass sie auch von anderen Volksgruppen verstanden werden", erklärte Gefas-Leiterin Rosemarie Kurz.

Präsentation im Juni 2006

Die über den Ausländerbeirat vermittelten Migrantinnen sind um die 40 Jahre alt, kommen aus verschiedensten Ländern und sprechen großteils deutsch. Sollte es dennoch zu Sprachschwierigkeiten kommen, sollte eine Person der gleichen Volksgruppe als Dolmetscherin auftreten, so Schirmhofer. Gefördert wird das Projekt von der Stadt Graz, dem Sozialministerium und der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung. Im Juni sollen erste Ergebnisse des Projekts präsentiert werden. (APA)

Ältere Grazerinnen, die mitmachen wollen, werden noch gesucht:
Gefas Steiermark,
Tel. 0316/380-2964,
Mo-Do, 10.00 bis 12.00 Uhr
Gefas
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