Neonazis zünden Privatauto eines Polizisten an

3. Dezember 2005, 13:37
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Beamter arbeitete in Spezialeinheit gegen Rechtsextremismus

Potsdam - Rechtsextremisten haben in Brandenburg offenbar einen Brandanschlag gezielt auf das Privatauto eines Polizisten verübt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt an der Oder bestätigte am Donnerstag einen Bericht des Berliner "Tagesspiegels" (Freitag-Ausgabe), wonach ein Beamter betroffen war, der bei einer Spezialeinheit für rechtsextreme Straftäter arbeitete. Bei dem Vorfall, der sich bereits am 31. Oktober in Königs Wusterhausen bei Berlin ereignete, wurde der Pkw komplett zerstört.

Der Anschlag war dem Bericht zufolge offenbar ein Racheakt. Die Polizei sprach von einer neuen Qualität rechtsextremistischer Gewalt. Ein Sicherheitsexperte warnt in der Zeitung vor einem "Grenzbereich zum Terrorismus". Mittlerweile habe das Polizeipräsidium den Kriminalkommissar aus Sorge um seine Sicherheit und die seiner Familie auf eine Stelle in größerer Entfernung von Königs Wusterhausen versetzt, hieß es. Der Beamte sei außerdem mit seiner Familie aus der Stadt weggezogen.

Vor einigen Monaten war bereits ein Einsatzleiter der Berliner Polizei Ziel offener Neonazi-Anfeindungen geworden. Der Beamte war bekannt für konsequentes Vorgehen gegen rechtsextremistisch motivierte Delikte. Mehrmals hatten Neonazis deshalb vor seiner Wohnung demonstriert und ihm auf Flugblättern gedroht. (APA/AP)

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