Erneut Razzia bei Linzer Hobby-Etrusker

2. Dezember 2005, 18:34
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84-Jähriger soll sich laut Carabinieri über Jahrzehnte bei Grabräubern mit antiken Fundstücken eingedeckt haben

Linz – Der 84-jährige Linzer Etrusker-Experte Rupert Aichmeir, der in Italien unter Verdacht steht, sich – laut Carabinieri – über Jahrzehnte bei Grabräubern mit antiken Fundstücken eingedeckt und diese nach Österreich geschmuggelt zu haben, hat jetzt erneut polizeilichen Hausbesuch bekommen.

Bei einer ersten Razzia im April, mehrere hundert Fundstücke wurden dabei beschlagnahmt, war Aichmeir noch persönlich anwesend, jetzt fiel der Kripo-Besuch just in den Urlaub des Ehepaars. "Mein Neffe hat mich auf Lanzarote angerufen, dass an der Haustür eine Nachricht von der Kripo klebt. Man habe das Schloss ausgetauscht, der neue Schlüssel sei bei der Polizei abzuholen", erzählt Aichmeir.

Beschlagnahmt wurde diesmal einen Teil der privaten Videosammlung. "Auf über 150 Kassetten habe ich mein Leben mit den Etruskern festgehalten. Natürlich habe ich auch Grabräuber gefilmt, aber nur für ein geplantes Buchprojekt", erzählt Aichmeir. Und genau jene Videos hätten die Beamten jetzt mitgenommen um ihm so "etwas in die Schuh schieben zu können".

In die Kripo-Taschen wanderten aber auch ein Geburtstags-Video und eine Mappe mit entlastenden Unterlagen für den italienischen Anwalt Aichmeiers. "Der zuständige Richter in Linz hat die Herausgabe dieser persönlichen Sache verweigert. Vor allem ohne meine Anwalts-Unterlagen stehe ich jetzt völlig ohne Beweismittel da", klagt der‑ 84-Jährige. (mro, DER STANDARD – Printausgabe, 2. Dezember 2005)

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