Pfarrer von Windischgarsten: "Hurrikan ,Katrina‘ war Gottes Strafe"

5. Dezember 2005, 16:03
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"Folge eher einer geistigen Umweltverschmutzung" - Geistlicher sorgt für Wirbel in der Diözese Linz

Windischgarsten – Der für seine umstrittenen Aussagen bekannte katholische Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Wagner, sorgt jetzt erneut für Aufregung. Warnte er vor rund drei Jahren noch via Pfarrbrief vor "dem Okkultismus in den Harry Potter Büchern", veröffentlichte der Geistliche jetzt seine Interpretationen über den Wirbelsturm "Katrina", der im Juli 2005 New Orleans zerstörte.

In dem jüngsten Pfarrbrief findet sich eine "Nachlese zum Hurrikan von New Orleans". Demnach sei die auffallende Häufung von Naturkatastrophen "nicht nur eine Folge der Umweltverschmutzung durch den Menschen sondern eher die einer geistigen Umweltverschmutzung", führt Wagner aus."

Katrina hat nicht nur alle Nachtklubs und Bordelle zerstört, sondern auch fünf Abtreibungskliniken. Die amoralischen Zustände in New Orleans sind unbeschreiblich, nicht irgendeine Stadt ist versunken, sondern eine Traumstadt des Volkes mit den besten Bordellen und schönsten Huren", heißt es in dem Schreiben.

"Katrina war eine Strafe Gottes. Ein Fingerzeig mit der er uns sagen wollte: Leute reißt's euch wieder mehr zusammen. Ähnlich war es ja beim Tsunami in Asien – Wenn die Leute statt Weihnachten zu feiern in den Urlaub fliegen, wird das Gott auf Dauer nicht gefallen", verteidigt Wagner im STANDARD- Gespräch seine Ansichten.

Vonseiten der Diözese Linz geht man klar auf Distanz: "Die heutige katholische Theologie hält es für völlig unangebracht und für unverantwortlich, einen solchen Zusammenhang ausdrücklich herzustellen. Naturereignisse und Moralität des Menschen sind zwei verschiedene, voneinander zu unterscheidende Ebenen", wies Generalvikar Severin Lederhilger den umstrittenen Pfarrer am Donnerstag in die katholischen Schranken. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD – Printausgabe, 2. Dezember 2005)

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