Radikaler Schiitenführer Sadr kritisiert Bush-Rede

4. Dezember 2005, 15:55
posten

Kritik an Ablehung eines Zeitplans durch US-Präsidenten - Rede sei "Affront" gegen Versöhnungskonferenz

Najaf - Der radikale irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr hat US-Präsident George W. Bush am Donnerstag wegen dessen Ablehnung eines Zeitplans für einen Truppenabzug aus dem Irak kritisiert. Bushs Äußerungen seien ein "Affront" gegen die internationale öffentliche Meinung, die Vereinten Nationen und das irakische Volk, erklärte Sadr am Donnerstag in Najaf.

Er verwies auf eine Erklärung der Vertreter der irakischen Volksgruppen, die bei einem Vorbereitungstreffen zur Versöhnungskonferenz vor knapp zwei Wochen in Kairo einen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus dem Irak gefordert hatten. Bushs Rede sei auch ein "Schlag" gegen die US-Bürger, die einen Abzug der Truppen forderten, fügte Sadr hinzu.

Bush hatte am Mittwoch in einer Rede zum weiteren Vorgehen im Irak gesagt, die Truppenstärke werde auch künftig nicht von "künstlichen Zeitplänen" abhängen, sondern von den Bedingungen im Irak. Er werde sich für einen "vollständigen Sieg" in dem Land einsetzen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage sprachen sich knapp zwei Drittel der befragten US-Bürger für einen Truppenabzug aus dem Irak im kommenden Jahr aus. (APA)

Share if you care.