Lehreinheit zur türkischen Kultur an PädAk Feldkirch nun freiwillig

7. März 2006, 16:07
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Unterrichts-Modul könne auf freiwilliger Basis möglicherweise größeren Personenkreis erreichen

Bregenz - Angehende Vorarlberger VolksschullehrerInnen können ab sofort selbst entscheiden, ob sie an einer Lehrveranstaltung der Pädagogischen Akademie Feldkirch (PädAk) zur Vermittlung von Hintergründen zu Kultur und Sprache von Migrantenkindern teilnehmen wollen oder nicht. Landesrat Siegi Stemer teilte am Donnerstag mit, dass das Modul nicht mehr verpflichtend, sondern auf freiwilliger Basis angeboten werde.

Nach Abschluss der ersten Phase des Pilotversuchs habe man sich für die Freiwilligkeit entschieden, sagte Stemer in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums der PädAk Feldkirch. PädAk-Direktor Ivo Brunner leite aus den bisherigen Erfahrungen ab, dass das Unterrichts-Modul noch besser akzeptiert und möglicherweise von einem größeren Personenkreis besucht werden könnte, wenn die Freiwilligkeit gegeben sei.

Eine Wochenstunde

Es könne nicht die Rede davon sein, dass Volksschul-Lehramtskandidaten in Feldkirch Türkisch lernen müssten, unterstrich Stemer erneut. Die im dritten Semester der Ausbildung im Ausmaß von einer Wochenstunde angebotene Lehrveranstaltung habe das Ziel, Einblick in die kulturellen und sprachlichen Hintergründe für den Deutschunterricht von Migranten zu geben. "Damit den Migrantenkindern die Unterrichtssprache Deutsch noch besser vermittelt werden kann", so Stemer. Am Mittwoch war auf Grund eines Missverständnisses zunächst kolportiert worden, dass im Rahmen der Volksschullehrer-Ausbildung an der PädAk-Feldkirch drei Semester lang Türkisch gelernt werden müsse. Die Meldung hatte österreichweit hohe Wellen geschlagen.

So sprach sich Vizekanzler Hubert Gorbach am Donnerstag vehement gegen eine Türkisch-Pflicht an Vorarlberger Schulen aus. "Es kann nicht sein, dass sich der österreichische Lehrkörper der Sprache kulturfremder Schüler anpassen muss", sagte Gorbach. Damit würden im Endeffekt die Ghetto-Bildung gefördert und weitere Sprach- und Kulturenklaven produziert. Auch der Stellvertretende FPÖ-Klubobmann Reinhard Bösch zeigte sich empört "über verpflichtende Türkisch-Kurse für unsere Volksschullehrer". (APA)

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