PISA-Studie auch 2006 ohne Bundesländer-Ranking

23. März 2006, 13:07
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Anderweitiger regionaler Vergleich wird angestrebt - Burgstaller bedauert

Auch bei der kommenden internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA im Jahr 2006 wird es kein Bundesländer-Ranking geben. Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) kritisierte am Donnerstag, dass es durch Bildungsministerin Elisabeth Gehrers (V) "Ablehnung jetzt leider nicht möglich ist, mit der PISA-Studie gezielter die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler in Salzburg herauszufinden". Im Bildungsministerium betonte man allerdings gegenüber der APA, anderweitig für einen regionalen Vergleich sorgen zu wollen.

Bildungsministeriums-Generalsekretär Hermann Helm bekannte sich zu einem Regionenvergleich. Dieser müsse aber auch tatsächlich Rückschlüsse auf die jeweilige Region bzw. Schule zulassen. Dafür könnten auch PISA-Ergebnisse herangezogen werden, ebenso solche aus anderen Bildungs-Vergleichsstudien wie TIMSS oder PIRLS. Eine Entscheidung darüber werde im Jänner fallen. Ein reines Länder-Ranking nach Punkten wie in Deutschland hält er für wenig sinnvoll - schon mit Blick auf die Größe der einzelnen Bundesländer.

Salzburg unzufrieden

Unzufrieden ist man dagegen in Salzburg, einem jener Bundesländer, wo man sich stets für einen Bundesländer-Vergleich bei PISA ausgesprochen hat. Allerdings reagiere man auch ohne länderspezifische Auswertung, etwa auf die festgestellten eklatanten Leseschwächen, so Burgstaller: So werde das Salzburger Lesescreening im Bereich der Volksschule und der Mittelstufe flächendeckend eingesetzt (beim Lesescreening werden die Schüler gezielt auf ihre Lese - und Verständnisfähigkeit untersucht, Anm.), würden Förderprogramme an den Schulstandorten umgesetzt und das Projekt Lesepartner eingeführt. Auch im Bereich der Lehreraus- und -fortbildung werde darauf Rücksicht genommen, so Burgstaller.

Im Ministerium zeigt man sich über die Aufzählung nicht sonderlich beeindruckt. Das Salzburger Lesescreening werde in ganz Österreich eingesetzt und heiße nur deshalb so, weil es von Wissenschaftern der Uni Salzburg entwickelt worden sei - und auch sämtliche andere Maßnahmen seien Initiativen des Ministeriums. (APA)

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