"Altern beginnt im Kopf"

12. Dezember 2005, 13:50
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Sportmediziner geben Empfehlungen und betonen Verbindung zwischen Körper und Psyche

Wien - Altern, auch gesundes Altern, beginnt im Kopf. Das zeigen die Erkenntnisse der modernen Neuroimmunologie. Darauf aufbauend haben österreichische Sportmediziner ein neues Programm erstellt und jetzt in Buchform ("fit ins alter", Springer Verlag) veröffentlicht. Bei einer Pressekonferenz der Wiener Ärztekammer betonten die Autoren am Donnerstag in Wien die Verbindung zwischen Körper und Psyche - durchaus im Gegensatz zu älteren Ansätzen, die vor allem auf Laborwerte wie Cholesterin etc. in Sachen Gesundheit abstellten.

"Man vergisst, dass das Alter nicht nur negative Seiten hat. Im Jahr 1970 gab es weltweit 300 Millionen Menschen über 60. Im Jahr 2025 werden es 1,2 Milliarden Menschen sein und 25 Jahre später 1,9 Milliarden Menschen", sagte Wiens Ärztekammerpräsident Dr. Walter Dorner. Möglichst gesundes Altern werde eine gesellschaftliche Herausforderung, was Beschäftigung und Wirtschaft betreffe, sein.

Der 250 Seiten dicke Band, den Univ.-Prof. Dr. Norbert Bachl, Leiter des Zentrums für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien und Präsident der Europäischen Gesellschaft für Sportmedizin, Dr. Johannes Zeibig, Leiter der Abteilung Sportmedizin in der Alpentherme Gastein (Salzburg) sowie Mag. Dr. Werner Schwarz, Direktor des Bundessportgymnasiums in Wiener Neustadt, verfasst haben, bietet ein fachlich fundiertes Gesundheitsprogramm unter dem Motto "My Way - Active Aging").

Die Ziele, die jeder für eine höhere Wahrscheinlichkeit für gesündere "höhere Semester" anstreben sollte:

  • Normalisierung des Gewichts und ein BMI von 25 bis 29,9, Fettabbau an Bauch und Hüften.
  • Kalorienangepasste, fettarm, ballaststoffreiche Kost mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen.
  • Normalisierung der Blutzucker-Nüchternwerte
  • Gesamtcholesterin unter 200 Milligramm pro Deziliter Blut (LDL kleiner als 100 Milligramm pro Deziliter Blut)
  • Blutdruck unter 135/85 mmHg
  • Reduzierung der Gerinnungsneigung des Blutes
  • Steigerung der Immunabwehr
  • Kräftigung der Muskulatur, Ausgleich von Defiziten (kein einseitiger Sport)
  • Schluss mit dem Rauchen
  • Verbesserung der Stimmungslage, eine positive Lebenseinstellung

    So sollen einander (körperliche) Aktivität, positive psychische Effekte und gesunde Ernährung ergänzen. Bis sich das alles aber in der modernen Gesellschaft durchsetzt, sind noch viele Anstrengungen notwendig. Bachl: "Ein Drittel aller frühzeitigen Todesfälle sind durch negative Lebensstil-Einflüsse bedingt. Das sind mangelnde Bewegung, Fehl- und Überernährung. Tragisch ist, dass die chronischen Erkrankungen immer früher auftreten." Notwendig wäre vor allem eine Änderung der Einstellung. "Altern beginnt im Kopf", meinen die Experten. (APA)

  • Norbert Bachl, Werner Schwarz, Johannes Zeibig: "Fit ins Alter - Mit richtiger Bewegung jung bleiben". SpringerMedizin Verlag, 29,80 Euro, ISBN 3-211-23523-X

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      Wiens Ärztekammerpräsident: "Man vergisst, dass das Alter nicht nur negative Seiten hat."

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