Rieder garantiert U2-Verlängerung

5. Februar 2006, 21:49
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Finanzstadtrat glaubt an Zeitplan - Notvariante wird geprüft: U2 anfangs nur zwischen Praterstern und Stadion

Wien - "Aus meiner persönlichen Meinung sage ich Ihnen, ich garantiere Ihnen das." Finanzstadtrat Sepp Rieder (SPÖ) ist sich sicher, die Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 zum Ernst-Happel-Stadion rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft 2008 fertig zu bekommen.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag versuchte er diesbezügliche Sorgen zu zerschlagen: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es "keinen Anlass, die Sache zu dramatisieren", sagte Rieder in der Gemeinderats-Fragestunde.

Hintergrund der anhaltenden Diskussion über den U-Bahnbau ist die Weigerung zweier Hauseigentümer ihre Häuser in Wien-Leopoldstadt untertunneln zu lassen - was für die Verlängerung von der derzeitigen Endstation Schottenring aber notwendig ist. Generell bezeichnete es Rieder als legitim, dass Grundstückseigner alle Möglichkeiten ausschöpften, die Entschädigungssummen möglichst hinaufzuschrauben. Die Forderung nach neun Millionen Euro des einen Hausbesitzers stehe im krassen Widerspruch zu allen Beurteilungen von Immobilienexperten.

Enteignungsverfahren

Inzwischen sind die Enteignungsverfahren zwar abgeschlossen, die gerichtliche Entscheidung über die Höhe der Entschädigungen für diese so genannten Servitute steht jedoch noch aus. Sobald dies in erster Instanz feststeht, kann weitergebaut werden.

Einen letztmöglichen Zeitpunkt für eine Einigung nannte Rieder nicht. Aus Rathauskreisen war jedoch zu erfahren, dass noch bis Februar oder März 2006 Zeit sei, um die Arbeiten rechtzeitig wieder aufnehmen zu können. Als Notvariante wird derzeit geprüft, die U2 anfangs nur zwischen Praterstern und Stadion pendeln zu lassen.

Heizkostenzuschuss

Passend zu den frostigen Außentemperaturen hat der Gemeinderat einen Heizkostenzuschuss für finanzschwache Haushalte beschlossen. Heuer wird es eine einmalige Zahlung von 75 Euro geben. 2004 waren es 50 Euro. Der Opposition stimmte mit, sie hätte aber gern einen höheren Zuschuss beschlossen.

Anspruch auf den Zuschuss haben in Wien gemeldete Personen, deren Haushaltseinkommen gewisse Grenzen nicht übersteigt. Bei einem Einpersonenhaushalt sind dies 630,17 Euro netto, bei einem Zweipersonenhaushalt 979,23 Euro netto. Höhere Obergrenzen gelten für Haushalte mit Kindern. 4, 3 Millionen Euro wurden für den Zuschuss genehmigt.

Einen Seitenhieb Richtung Bund konnten sich die Wiener Sozialdemokraten bei diesem Thema nicht verkneifen: Sie plädierte mittels Antrag an den Bund, den Heizkostenzuschuss aus Bundesmitteln zu verdoppeln. (APA, pm, DER STANDARD - Printausgabe, 2. Dezember 2005)

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    foto: porr
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