Häupl und Brandsteidl für Türkischunterricht an PädAks

1. Dezember 2005, 18:46
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Bürgermeister Häupl: "Es macht extremen Sinn, Sprachen zu lernen" - Brandsteidl: "Ich habe mich entschlossen, Türkisch zu lernen"

Wien - Unabhängig voneinander befürworteten Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl Fremdsprachen-Unterricht an Pädagogischen Akademien (PädAk). Türkisch oder auch Serbokroatisch sollen ein Pflichtgegenstand werden, forderte Brandsteidl in einer Pressekonferenz. Häupl betonte auf Anfrage im Wiener Gemeinderat: "Es macht extremen Sinn, Sprachen zu lernen."

Brandsteidl lernt Türkisch

Zur Idee des in Vorarlberg angebotenen Türkisch-Unterrichts für PädAk-Studierende kam von Brandsteidl "ein uneingeschränktes Ja". Dabei geht die Stadtschulratspräsidentin mit gutem Beispiel voran: "Ich selber habe mich entschlossen, Türkisch zu lernen."

Auch Häupl will LehrerInnen zum Türkischlernen motivieren

Im Gemeinderat unterstrich Häupl, dass er es für durchaus sinnvoll halte, wenn Lehrer motiviert würden, Türkisch zu erlernen. "Das heißt ja nicht, dass es keinen Unterricht in deutscher Sprache mehr gibt", so der Bürgermeister. Die Zielsetzung in Wien jedenfalls sei: Jene, die hier zur Schule gehen, sollten natürlich Deutsch lernen.

Was sind BegleitlehrerInnen?

Um dies zu erreichen, sind in der Bundeshauptstadt 501 Dienstposten von Begleit- und StützlehrerInnen besetzt, so Brandsteidl. Die BegleitlehrerInnen sind dabei als zweite Kraft neben der eigentlichen Lehrerperson in der Klasse tätig und sollen Kinder mit Defiziten in der deutschen Sprache unterstützen. Dies reicht vom Auswählen der Unterrichtsmaterialien bis hin zur Erarbeitung individueller Konzepte für einzelne Schüler.

Was sind StützlehrerInnen?

StützlehrerInnen hingegen treten allgemein auf den Plan, wenn Kinder grobe Defizite aufweisen - sei dies in der Sprache oder etwa auch der Mathematik. Sie sind im Gegensatz zu den BegleitlehrerInnen meist in der Einzelbetreuung tätig. Auch österreichische Kinder werden von den StützlehrerInnen stundenweise gefördert.

Was sind muttersprachliche LehrerInnen?

Hinzu kommen 149 muttersprachliche LehrerInnen, welche die Kinder im Beherrschen der eigenen Sprache unterstützen sollen. Die daraus folgende Erarbeitung eines generellen Sprachverständnisses helfe dann auch beim Erlernen der Zweitsprache Deutsch, so Brandsteidl. Oft seien diese LehrerInnen auch als Dolmetscher tätig.

"Wir haben ein sehr gutes System, das in personeller Vollbesetzung 2001 super funktioniert hat", meinte Brandsteidl. Sie beklagte in diese Zusammenhang abermals "die Ressourcenkürzungen des Bundes". Allein im 16. Bezirk hat man 27.00 Unterrichtsstunden von Begleitlehrern weniger als noch vor 5 Jahren, das sind 32 Dienstposten. Im 15. Bezirk gäbe es 48 Dienstposten bei den Begleitlehrern weniger, so Schulinspektor Pinterits. Brandsteindl findet klare Worte: "Das sind ganz wichtige Posten für das Schulsystem in Wien, wir brauchen sie."

In der Fragestunde des Gemeinderates bekräftigte auch Häupl, dass Wien 168 zusätzliche Begleit- und Stütz-LehrerInnen für das Schuljahr 2006/2007 fordere. Für diese bestehe Anspruch aus der "Realvereinbarung" Finanzausgleich. (APA/red)

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