Kartellstrafe für tschechische Cesky Telecom

8. Dezember 2005, 14:04
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Festnetz-Anbieter muss 7 Millionen Euro wegen Missbrauchs der Marktstellung zahlen

Der führende tschechische Festnetzanbieter Cesky Telecom (CT) - seit Juni mehrheitlich im Besitz der spanischen Telefonica - ist von der tschechischen Wettbewerbsbehörde UOHS zu einer Geldstrafe von 205 Millionen Kronen (7,06 Millionen Euro) verurteilt worden. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter hat das Unternehmen seine dominante Marktposition missbraucht, indem CT-Kunden Kredite und Gratis-Gesprächsminuten angeboten wurden um zu verhindern, dass sie zur Konkurrenz wechseln.

Bereits 2002 eingeführt

Die von der UOHS beanstandeten Angebote waren von Cesky Telecom 2002 eingeführt und erst heuer im Frühjahr abgeschafft worden, berichteten tschechische Zeitungen am Donnerstag. CT hat bereits angekündigt, die von der UOHS verhängte Geldstrafe vor Gericht anzufechten. Man habe gegen keine geltenden Vorschriften verstoßen, betonte CT-Sprecher Vlastimil Srsen.

Sechs Geldstrafen

Die Wettbewerbsbehörde hatte zuvor bereits sechs Geldstrafen gegen Cesky Telecom verhängt - die bisher höchste betrug 90 Mio. Kronen, ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Im Juni 2005 hat die spanische Telefonica um rund 2,7 Mrd. Euro 51,1 Prozent an Cesky Telecom erworben. Cesky Telecom kontrolliert etwa 80 Prozent des Festnetz-Telefonmarktes in Tschechien. 2004 erzielte das Unternehmen einen Netto-Gewinn in Höhe von 5,6 Mrd. Kronen (194 Mio. Euro).(APA)

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