Zehn Jahre Interventionsstelle Steiermark

1. Dezember 2005, 12:07
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Fachtagung zum Thema "Liebe geht nicht mit Gewalt": Bewährtes und Neues zu Opferhilfe und Opferschutz

Graz - Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Interventionsstelle Steiermark gegen familiäre Gewalt wurde am 28. und 29. November eine zweitägige Fachtagung zum Thema: "Liebe geht nicht mit Gewalt" - Bewährtes und Neues zu Opferhilfe und Opferschutz abgehalten. Dabei waren Experten und Expertinnen aus ganz Österreich zu den Themen, die Stellung des Verbrechensopfers im neuen Strafprozess, Prozessbegleitung für Gewaltopfer, Stalking, Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und Täterarbeit eingeladen. Die gelungene Veranstaltung im Gemeinderatssitzungssaal wurde von rund 150 Personen (Gäste aus der Exekutive der Justiz und den Jugendwohlfahrtsbehörden) besucht. Am Abend feierte die Interventionsstelle Steiermark mit 240 Gästen und dem Kriminalprofiler Dr. Thomas Müller (Buchautor von "Bestie Mensch") im Literaturhaus Graz. Abschließend gab es eine Preisverleihung an Frau Wartinger, Kriminalbeamtin des Stadtkommandos Graz für ihr besonderes Engagement im Gewaltschutzbereich.

Verbesserungen

Bereits seit 15. Dezember 1995 existiert die steiermärkische Interventionsstelle die im Zusammenhang mit dem sogenannten Gewaltschutzgesetz als erste Interventionsstelle in Österreich installiert wurde.

Das Gewaltschutzgesetz beinhaltet für die Exekutive die Möglichkeit, Gewalttäter aus der Wohnung zu verweisen und ihnen für zehn Tage die Rückkehr zu verbieten. Das so genannte Wegweiserecht wurde bis 31. Dezember 2004 16.724 mal von der österreichischen Polizei und der damaligen Gendarmerie angewendet.

Damit die zurückgebliebenen gewaltbetroffenen Personen, großteils Frauen und deren Kinder danach auch Hilfe und Unterstützung bekommen, muss die Exekutive jeden diesbezüglichen Einsatz an die Interventionsstellen melden, die sich dann von sich aus bei den Frauen melden und rechtliche sowie psychosoziale Unterstützung anbieten.

6186 Gewaltopfer betreut

In ihrem Rückblick informierte dabei Marina Sorgo die Geschäftsführerin der Interventionsstelle Steiermark, das von der interventionsstelle Steiermark von 1995 bis Ende November 2005 6186 Gewaltopfer (großteils Frauen und mitbetroffene Kinder) betreut wurden. Im Jahr 2004 kontaktierten 1259 Opfer ( 1099 Frauen 109 Männer und 84 Minderjährige ) die Interventionsstelle Steirmark.

"Unser Angebot hat sich bewährt" so die Leiterin der Interventionsstelle, Marina Sorgo. "Das Hilfsangebot ist niederschwellig und berücksichtigt die komplexen Bedürfnisse der gefährdeten Personen. Nach einem Betretungsverbot setzen wir uns umgehend mit dem Opfer in Kontakt und bieten Beratung und Begleitung an. Als besonders zielführend hat sich die enge Zusammenarbeit mit der Exekutive, dem Gericht und den Beratungsstellen erwiesen." In diesem Zusammenhang haben zahlreiche Kooperationsverantaltungen sowie Schulungen stattgefunden. (red)

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