Osthoff-Entführung: Lösegeldzahlung steht für Merkel "nicht zur Diskussion"

3. Dezember 2005, 16:18
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Deutscher Außenmninister schließt kriminiellen Hintergrund nicht aus - Bisher kein Kontakt zu den Geiselnehmern gelungen

Berlin - Die Zahlung eines Lösegelds durch die deutsche Regierung für die Freilassung der im Irak verschleppten Deutschen Susanne Osthoff steht laut Bundeskanzlerin Angela Merkel "nicht zur Diskussion". Jetzt gehe es vielmehr darum, "elementare Fragen" für die Deutsche und ihren ebenfalls entführten Fahrer zu klären, sagte sie am Donnerstag nach einem Treffen mit dem singapurischen Ministerpräsidenten Lee Hsien Loong in Berlin. Es müsse alles getan werden, um das Leben der beiden zu retten.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat nicht ausgeschlossen, dass die Entführung einen kriminiellen Hintergrund haben könnte. Aus dem Fehlen eines religiösen Hintergrundes auf dem Video und einer schlechten Kameraführung allein sei zwar nicht abzuleiten, dass es sich auf jeden Fall um einen kriminellen Hintergrund handele, sagte Steinmeier am Donnerstag in Berlin. Er fügte aber hinzu: "Ich halte das für einen möglichen, aber nicht belastbaren Schluss."

Knapp eine Woche nach der Entführung hat die Bundesregierung noch keinen Kontakt mit den Geiselnehmern. "Ein Kontakt zu den Entführergruppen hat über die bisher von uns angesprochenen Kontaktpersonen nicht stattgefunden", sagte Steinmeier. Man werde die weiteren Maßnahmen so einrichten, "dass Leben und Gesundheit der Geiseln nicht gefährdet werden", betonte er.

Man halte den Kontakt zu Polizeiorganisationen der Nachbarländer, die Erfahrungen mit solchen Entführungen hätten. Steinmeier nannte dabei Italien und Frankreich. (APA/AP/dpa)

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