Hunderte Menschen verlangen Begnadigung von US-Todeskandidaten

6. Dezember 2005, 07:40
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Protestaktionen für Ex-Bandenmitglied in Kalifornien

San Francisco - Im US-Bundesstaat Kalifornien haben am Mittwoch mehrere hundert Menschen gegen die geplante Hinrichtung eines ehemaligen Bandenmitglieds protestiert. Insgesamt waren Protestaktionen in 13 Orten geplant, darunter auch vor dem Büro des Gouverneurs Arnold Schwarzenegger.

Der Häftling Stanley "Tookie" Williams, der 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden war, soll am 13. Dezember durch eine Giftspritze hingerichtet werden. Der 51-jährige schwor während seiner Zeit im Gefängnis der Gewalt ab und schrieb mehrere Kinderbücher, in denen er vor einem Leben als Bandenmitglied warnt. Wegen seines Engagements wurde Williams als Kandidat für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Schwarzenegger wird Williams am 8. Dezember treffen, um über dessen Begnadigung zu entscheiden. Er wäre seit 1967 der erste kalifornische Gouverneur, der einen Kandidaten begnadigen würde. Zu Williams' Unterstützern gehören Friedensnobelpreisträger wie Desmond Tutu sowie Politiker und Filmstars, darunter die Schauspieler Laurence Fishburne, Danny Glover, Angelica Huston, Tim Robbins und Susan Sarandon. Am Freitag wird in den USA voraussichtlich der tausendste Häftling seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 hingerichtet. (APA)

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