Fledermäuse tragen das Ebola-Virus in sich

12. Dezember 2005, 13:32
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Befallene Flughunde erkranken nicht selbst - Erreger aber auf Affen und Menschen übertragbar

Paris/London - Das Ebola-Virus hat in afrikanischen Fledermäusen offenbar ein "Reservoir", von dem es auf Affen und den Menschen übertragen werden kann. Das haben französische und gabunesische Wissenschafter in einer groß angelegten Testreihe bei rund 1.000 verschiedenen Arten von Tieren herausgefunden. Die Ergebnisse werden in der neuesten Ausgabe von "Nature" (1. Dezember) veröffentlicht.

Das gefürchtete Ebola-Virus verursachte erstmals im Jahr 1976 einen Ausbruch beim Menschen. Wie es zu der Übertragung der offenbar aus dem Tierreich stammenden Viren kommt, welche ein schweres hämorrhagisches Fieber verursachen, ist bisher unbekannt geblieben. Ebola-Ausbrüche führen auch zum Verenden von ganzen Gorilla- und Schimpansen-Populationen.

Untersuchung

Die Fachleute um Eric M. Leory vom Medizin-Forschungsinstitut in Franceville in Gabun sowie vom Naturhistorischen Museum in Paris führten deshalb zwischen 2001 und 2005 drei Fangaktionen in Regionen in Gabun und der Republik Kongo durch, wo zuvor mit Ebola infizierte Kadaver von Affen gefunden worden waren.

Insgesamt wurden so fast 700 Fledermäuse, mehr als 200 Vögel und mehr als 100 kleine Wirbeltiere gefunden und in Blut und an Gewebeproben auf Antikörper gegen Ebola-Viren bzw. auf Virus-Erbinformation untersucht.

Flughundarten betroffen

Bei den Fledermäusen - exakt bei drei Flughundarten (Büttikofer-Epauletten-, Hammerkopf- und Rosettenflughunde) - wurden bei einem hohen Anteil der Tiere Immuglobulin-G-Antikörper gegen Ebola-Viren festgestellt. Das heißt, dass die Tiere durch das Virus infiziert werden, aber offenbar nicht erkranken. Ebenso fanden sich die Viren vor allem in Lungen- und Milzgewebe der Säuger.

Alle drei Fledermausarten haben in Afrika eine weite Verbreitung. Schon bisher wurden Fledermäuse "verdächtigt", ein Virus-Reservoir für Ebola- und Marburg-Fieber zu sein. Die neuen Ergebnisse stützen diese Hypothese. Sei könnten auch zu einem besseren Schutz von Gorillas und Schimpansen vor der Infektion führen. Und schließlich könnten Informationsmaßnahmen auch den Ausbruch der Erkrankungen bei Menschen verhindern helfen. Fledermäuse werden nämlich in Teilen Afrikas von den Menschen gefangen und gegessen.(APA)

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