Syrien nennt Entlastungszeugen einen Lügner

6. Dezember 2005, 15:22
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Hariri-Mord: UNO-Einvernahme von syrischen Offiziellen in Wien verzögerte sich

Wien - Die Verwirrung ist perfekt: Nach der angeblichen Falschaussage bei den Ermittlungen zum Mord am früheren libanesischen Ex-Regierungschef Rafik al-Hariri wirft Syrien dem betreffenden Zeugen vor, auch bei seinen jetzigen - Syrien entlastenden - Angaben zu lügen. Der syrische Kurde Houssam Taher Houssam hatte am Montag in ei- nem Interview erklärt, Hariris Sohn Saad habe ihm Geld angeboten, damit er ranghohe syrische Beamte belaste. Seine Aussage vor der internationalen Ermittlungskommission unter Leitung des Berliner Staatsanwalts Detlev Mehlis sei "komplett falsch" gewesen. Syrien hatte daraufhin ein Überarbeitung des UNO-Berichts gefordert.

Aufgrund der angeblichen Falschaussage soll sich auch die Befragung von fünf syrischen Persönlichkeiten in Wien verzögert haben. Damaskus habe einen Aufschub der Befragungen verlangt. Medienberichten zufolge sollten die Einvernahmen in dieser Woche stattfinden. Bisher kursieren widersprüchliche Informationen über die mögliche Anwesenheit der Zeugen in Wien und den Zeitpunkt der möglichen Befragung.

Die Erkenntnisse der vergangenen Tage erinnerten an die Zeugenaussage von Zouheir Mohammad Assediq, heißt es in einer Aussendung des syrischen Außenministeriums. Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte berichtete, auf die Aussagen Assediqs gingen wesentliche Teile der Ermittlungen der UN-Untersuchungskommission zurück - dieser sei aber ein mehrfach verurteilter Betrüger und habe laut UNO-Kreisen nachweislich gelogen. (APA, DER STANDARD, Print, 1.12.2005)

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