Letzte Hoffnung Weihnachtskino

6. Dezember 2005, 21:08
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"King Kong" und "Narnia" - Retter in der Not nach einem katastrophalen Kinojahr?

Wien - Das Spektakel wird drei Stunden dauern. Angeblich plädierte der Regisseur schon für einen Zweiteiler. Ganz sicher waren die Studiobosse von diesem Ansinnen nur mäßig amüsiert. Tatsache ist, dass zuletzt das Spezialeffekte-Budget für Peter Jacksons King Kong noch einmal um mehrere Millionen Dollar angehoben wurde. Seit James Camerons Titanic sah man den Angstschweiß auf den Managerstirnen nicht mehr drastischer fließen.

Nur: Damals bei Titanic, da ging es nur um die Risikofreude eines einzelnen Regisseurs. Hier, nach einem katastrophalen Kinojahr 2005, in dem Einnahmenrückgänge bis zu 20 Prozent verkraftet werden mussten, schwitzt gewissermaßen die ganze Branche. War das US-Weihnachtskino vor wenigen Jahren noch die bevorzugte Spielwiese für mögliche Oscar-Favoriten und Qualitätsfilme, so muss mittlerweile auch hier mit "Blockbustern" große Kasse gemacht werden. Harry Potter und der Feuerkelch, der in den USA in zwei Wochen mehr als 200 Millionen Dollar einspielte, sorgte zuletzt für erste Beruhigung der angespannten Situation. Einen "durchschnittlichen" Erfolg können sich King Kong oder auch Die Chroniken von Narnia dennoch nicht leisten - erst recht, weil trotz wiederholter Ankündigungen, Filme billiger produzieren zu wollen, die Budgets weiter explodieren.

Gleichzeitig herrscht nicht nur am Kinomarkt, der ja nur ein Teil der gesamten Verwertungskette ist, Flaute. Alle Verwertungsbereiche mussten heuer Rückgänge verzeichnen. So gingen die Einkünfte im Verkauf von DVDs um 18 Milliarden Dollar (gut zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr) zurück, die aus dem Vertrieb von TV-Rechten gar um 49 Milliarden, die aus CD-Verkäufen um 480 Millionen Dollar. Gleichzeitig steigen die Kosten für Marketing immer rapider (einen "großen" Film weltweit "hochzuziehen" kostet laut Variety derzeit rund 125 Mio. Dollar). Kein Wunder, dass die Produzenten und Verleiher immer hektischer gegen piratische Bedrohungen aus und rund um das Internet tätig werden. (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 01.12.2005)

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    Vielleicht hilft dieser Affe in höchster Not: "King Kong" von Peter Jackson.

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