Titanforschung: Von der Beobachtung bis zur Landung

30. November 2005, 16:32
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1655 wurde der Riesenmond von Christiaan Huygens entdeckt

Graz - Der Saturn hat viele Monde, doch einer ist für die Forschung von besonderem Interesse: Titan. Er ist der einzige Mond im Sonnensystem, der über eine eigene Atmosphäre verfügt - und das ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Die Landesonde "Huygens" der amerikanisch-europäischen Mission "Cassini-Huygens" hat an der Oberfläche des Mondes Analysen durchgeführt und nach Anzeichen von Leben gesucht.

Entdeckungen

Bereits mit einem guten Fernglas ist Titan als Sternchen neben Saturn erkennbar. Dem entsprechend wurde der größte Mond des Planeten Saturn (Durchmesser: 5.150 km) bereits im Jahr 1655 vom holländischen Astronomen Christiaan Huygens entdeckt. Umgeben von einer undurchsichtigen orange-roten Dunstglocke, war der direkte Blick auf seine Oberfläche jedoch bisher verwehrt.

Die Titan-Atmosphäre wurde in ihren tatsächlichen Ausmaßen erst von den beiden Voyager-Sonden in den 1980er Jahren entdeckt. Seither vermutete man, dass sie im Wesentlichen aus Stickstoff und Kohlenwasserstoffen bestehen müsste und daher in großen Teilen mit dem Zustand der irdischen Ur-Atmosphäre vor über vier Milliarden Jahren vergleichbar sein dürfte. Auf Grund der viel größeren Entfernung zur Sonne ist die Temperatur mit ca. minus 180 Grad Celsius jedoch viel tiefer als auf der Erde. Die ebenfalls in der Atmosphäre des Titan enthaltenen Gase Methan und Ethan können bei diesen Temperaturen in flüssiger Form vorkommen.

Die Landung

Am 14. Jänner 2005 landete die Sonde Huygens nach mehr als sieben Jahren (Start Oktober 1997) Anflug auf dem rund 1,2 Milliarden Kilometer entfernten Mond und sendete nicht nur vom Sinkflug, sondern auch noch vom Boden über Stunden Datenmaterial. An Bord befanden sich Instrumente, die vor allem Druck, Temperatur und Windverhältnisse in der Titan-Atmosphäre erheben sollten. Zugleich wurden Proben der Atmosphäre genommen. An der "Cassini-Huygens"-Mission sind zwölf Länder und die länderübergreifende Europäische Weltraumorganisation ESA beteiligt. Die Landesonde ist der Beitrag der europäischen Weltraumorganisation ESA.

An zwei Instrumenten (ASP und HASI) des Landers haben Experten vom Institut für Weltraumforschung (IWF) in Graz, des Joanneum Research, die TU Graz sowie die Austrian Aerospace (AAE) mitgewirkt. Das IWF war bei einem weiteren Instrument bei der Datenauswertung als auch der Planung und Rekonstruktion der Abstiegskurve von Huygens beteiligt. AAE entwickelte und lieferte auch die Thermalisolationen der Sonde. (APA)

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