Erstes Wochenende im US-Weihnachtsgeschäft sehr gut gelaufen

2. Dezember 2005, 13:10
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Amerikanische Konsumenten dürften auch heuer wieder für ein "Merry Christmas" sorgen - für Konjunktur und Börse ein positives Zeichen - Analyse von Monika Rosen

Es ist wieder einmal Weihnachtszeit und damit steht eine Branche unter ganz besonderer Beobachtung, nämlich die Einzelhändler. Am 24. November, einem Donnerstag, wurde in den USA "Thanksgiving" gefeiert und am folgenden Freitag gab es wie jedes Jahr den Startschuss in die Weihnachtssaison für den amerikanischen Handel. Dieser Freitag heißt im Fachjargon auch "Black Friday", weil an diesem Tag der US-Einzelhandel in die schwarzen Zahlen kommt.
  • Einkaufszentren verzeichnen 4 bis 5 Prozent Umsatzzuwachs
  • Preisaktionen vor der "ersten" Heizungsrechnung gehen auf
Da kann es nicht überraschen, dass eine ganze Armada von Analysten und Branchenbeobachtern den an diesem Wochenende erzielten Umsatz verfolgte, um daraus Schlussfolgerungen auf das Konsumverhalten der Amerikaner zu ziehen. Es steht ja tatsächlich viel auf dem Spiel, denn in den USA werden zwei Drittel des Wirtschafts-wachstums vom privaten Konsum getragen. Insofern stellen die im Weihnachtsgeschäft erzielten Umsätze einen wichtigen Gradmesser für die Ausgabefreudigkeit der privaten Haushalte dar, zumal der US-Handel im Schnitt fast ein Viertel seines Jahresumsatzes zu Weihnachten erzielt.

Skepsis im Vorfeld

Im Vorfeld war man vor allem angesichts der hohen Energiepreise etwas skeptisch, wie sehr sich die Amerikaner auch heuer wieder dem Kaufrausch hingeben würden. Die ersten Zahlen legen allerdings nahe, dass man mit dem Ergebnis insgesamt durchaus zufrieden sein kann, was manche Analysten auch auf die jüngste Entspannung bei den Benzinpreisen zurückführen.

Grundsätzlich sind vor allem das erste und das letzte Wochenende der Weihnachtssaison für den Einzelhandel sehr wichtig. Heuer haben besonders viele Retailer Aktionen am ersten Wochenende gestartet, um die Konsumenten in die Geschäfte zu bringen, noch bevor sie ihre erste Heizungsrechnung in diesem Winter bekommen. Das Kalkül dürfte auch größtenteils aufgegangen sein, denn in den Einkaufszentren wurde am Wochenende ein Umsatzzuwachs zwischen 4 und 5 Prozent verzeichnet. Insgesamt hofft der US Einzelhandel auf einen Umsatzanstieg von 6 Prozent im heurigen Weihnachtsgeschäft, das wäre nur knapp weniger als die 6,7 Prozent, die im Vorjahr erzielt wurden. Besonders stark nachgefragt waren nach ersten Umfragen vor allem Elektronikartikel, also etwa Laptops oder DVD-Spieler, die von einigen Ketten zu sehr attraktiven Preisen angeboten wurden.

Weihnachtseinkauf im Internet

Nicht vergessen darf man natürlich auch all jene, die ihre Weihnachtseinkäufe im Internet erledigen. Der traditionell stärkste Tag dafür ist der "Cyber-Montag", also der Montag, der auf das Thanksgiving-Wochenende folgt. Endgültige Zahlen stehen derzeit noch nicht zur Verfügung, nach einer ersten Schätzung liegen die online erzielten Umsätze heuer um 24 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei ist zu ergänzen, dass die Umsätze im Internet proportional deutlich stärker wachsen als jene in den Geschäften.

Fazit: Der US-Konsument hat – zumindest bisher – wieder einmal nicht enttäuscht, trotz allgemeiner Befürchtungen, wonach die Ausgabefreudigkeit unter den hohen Energiepreisen und einer gewissen Abkühlung am Immobilensektor leiden könnte. Man darf zwar die starken Umsätze des ersten Wochenendes nicht auf die gesamte Weihnachtssaison umlegen, und manche Segmente (z. B. Luxusartikel) können sich auch besser positionieren als andere. Insgesamt dürfte der amerikanische Konsument aber auch heuer wieder für ein "Merry Christmas" sorgen, was für die Konjunktur und natürlich auch für die Börse als positives Zeichen gewertet werden kann.

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Die Autorin ist Analystin bei BA-CA Asset Management:

BA-CA Asset Management
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    Eine ganze Armada von Analysten und Branchenbeobachtern verfolgten den an diesem Wochenende erzielten Umsatz. Im Bild: Bloomingdale's Weihnachtsauslage in New York.

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