ETM heißt nun styria.Multi Media AG

11. Dezember 2005, 07:55
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Styria hält 99,9 Prozent - Styria-Magazinsparte wird eingegliedert - TV-Format für "Skip" geplant - "WirtschaftsBlatt" ein "Asset"

Die ET Multimedia AG firmiert nach der Komplettübernahme durch die Styria Medien AG künftig als "styria.MULTI MEDIA AG". Auch sonst bleibt bei dem Magazinkonzern, der zudem 50 Prozent am "WirtschaftsBlatt" hält, kaum ein Stein auf dem anderen: "Wir sind under construction", sagt Vorstandsvorsitzender Hans Gasser im Interview mit der APA. Die Unternehmensstruktur wurde neu geordnet, nun nimmt sich das Vorstandsduo Gasser und Michael Tillian "Hausaufgaben" bei den einzelnen Marken vor. Auch an TV-Aktivitäten wird gedacht.

Strukturen waren undurschschaubar

"Die ETM war in den vergangenen Jahren ein wild gewachsenes Unternehmen", so Gasser. "Die Strukturen waren undurchschaubar. Jetzt haben wir eine klare Organisation: Die styria.MULTI MEDIA AG mit den Vorständen und den markenübergreifenden Funktionsbereichen und darunter die Gesellschaften. Jede Marke hat eine eigene Gesellschaft, einen eigenen Geschäftsführer und einen eigenen Chefredakteur." Personell wird sich "in Kürze" noch einiges tun, mehr als ein halbes Dutzend Funktionen werden laut Gasser "zum Teil aus dem Haus, zum Teil von außen" neu besetzt.

Zudem wird der gesamte Magazinbereich der Styria, die mittlerweile 99,9 Prozent am Verlag hält, in die styria.MULTI MEDIA AG überführt. Dazu zählen Titel wie der "Steirer Monat" und der "Kärntner Monat" sowie die Kundenmagazin-Sparte Media Consult Austria. Auch die styria.MULTI MEDIA AG hat Corporate Publishing-Produkte im Sortiment. "Das ist ein Segment, das wir ausbauen werden", kündigt Gasser an.

Platz für neue Produkte

Die bestehenden Titel, ob "Wiener" oder "Wienerin", "Diva", "Skip", "miss", "Wohnen" oder "Business People", werden 2006 "sicherlich einige Veränderungen" erleben. Zugleich sieht er Platz für neue Produkte: "Es gibt noch Marken, die gut in unser Portfolio passen würden." Gesundheit, Wellness, Sport, Wissenschaft sind Themenbereiche, die Gasser dazu einfallen. Ohne Eile allerdings: "Gründungen und Akquisitionen werden erst dann ein Thema, wenn wir die Hausaufgaben für unsere bestehenden Objekte gemacht haben." Ideen für Neues würden wohl "im Verlauf 2006" entstehen. Ebenso wie Internet-Auftritte für alle Titel und ein möglicher TV-Ableger für das Kinomagazin "Skip": "Wir arbeiten an einem Modell. Es gibt ja ein paar Österreich-Fenster, von jungen Sendern."

"Hausaufgaben"

Die Lernziele der "Hausaufgaben" steckt Gasser klar ab: Publizistische Qualität, Auflagenwachstum, Ertragswachstum. "Es ist ja nicht so, dass wir heute die Ertragssituation haben, die wir uns wünschen. Spätestens 2008 werden wir auf der Ergebnisseite jene Performance haben, die man sich auch in der Styria vorstellt." Ist diese Vorstellung näher zu beziffern? "Eine zehnprozentige Umsatzrentabilität auch bei Magazinen ist auf jeden Fall erstrebenswert und nicht unrealistisch."

Generell sieht Gasser ausgezeichnetes Potenzial für Monatsmagazine in einem Printmarkt im Umbruch: "Ich glaube, dass diese Mediengattung einen sehr stabilen Stand haben wird. Wir befriedigen kein Grundbedürfnis, wir sind Genuss."

"WirtschaftsBlatt" ein "Asset"

Weiteres wesentliches Standbein der styria.MULTI MEDIA AG ist das "WirtschaftsBlatt": Nach Gassers Einschätzung "eine ausgesprochen ausbaufähige Marke, die bereits in den vergangenen zehn Jahren einen hervorragenden Platz am Markt erreicht hat. Das 'WirtschaftsBlatt' hat als Special-Interest-Tageszeitung Alleinstellung am Markt und ist sicher ein Asset." Das kleine Aber: "Von seiner Profitabilität ist es sicher noch nicht dort, wo es hinkommen wird." Mit dem Hälftepartner, der schwedischen Bonnier-Gruppe, gebe es derzeit "keine Gespräche über Anteilsveränderungen", betont Gasser.

"Noch nicht beantwortet" schließlich ist auch "die Frage, in welchem Ausmaß Synergiepotenziale zwischen 'WirtschaftsBlatt' und 'Presse' bestehen." Die "Presse" gehört zu 100 Prozent der Styria, die anfangs überlegt hatte, das Wiener Traditionsblatt in die styria.MULTI MEDIA AG einzubringen. Das Thema sei nicht gänzlich vom Tisch, so Gasser. "Ich glaube nur: Bevor man sich über Synergien unterhält, muss jede Marke für sich selbst ihre Stärke und ihre eigene Performance herstellen." (Das Interview führte Katharina Schell/APA)

Wechsel im Aufsichtsrat der styria.Multi Media AG:

Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Horst Pirker. Neben dem stellvertretenden Vorsitzenden, Wolfgang Bretschko, gehören dem Aufsichtsrat Gerold Linzbacher, Gottfried Moik und Hans Metzger an.

Wechsel auch im Aufsichtsrat der WirtschaftsBlatt Verlag AG:

Die beiden Hälfteeigentümer der WirtschaftBlatt Verlag AG - die styria.Multi Media AG und die schwedische Bonnier-Gruppe - haben die Gremien der WirtschaftsBlatt Verlag AG paritätisch neu besetzt: Horst Pirker, Hans Gasser und Michael Tillian vertreten die styria.Multi Media AG, die Bonnier-Gruppe entsendet Hannu Olkinuora, Hans-Jacob Bonnier und Vibjörn Madsen. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Vibjörn Madsen, stellvertretender Vorsitzender ist Hans Gasser, beide gemeinsam bilden das Präsidium des Aufsichtsrates.

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