Mädchenhandel in Litauen: Spur führt auch nach Wien

1. Dezember 2005, 15:21
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Litauische "Modelagentur" soll Frauen verkauft haben

Vilnius/Helsinki/Wien - Nach Razzien in falschen Modelagenturen in der litauischen Hauptstadt Vilnius führt die Spur der mutmaßlichen Mädchenhändler auch nach Wien. "Es handelt sich um Fälle, die bei uns schon bekannt sind. Die Ermittlungen sind entweder noch im Laufen oder bereits abgeschlossen", bestätigte Oberst Gerald Hesztera vom Bundeskriminalamt (BK)

Die falsche Modelagentur soll junge Mädchen unter anderem an Wiener Etablissements verkauft haben.

In einem Zeitungsartikel der litauischen Tageszeitung "Lietuvos Rytas" kommt ein "bekannter österreichischer Zuhälter" namens "Thomas" zu Wort, demzufolge der Menschenhandel in Litauen von "sehr reichen Litauern" kontrolliert wird. Die als Models oder Tänzerinnen angeworbenen jungen Frauen sollen nach Österreich verkauft worden sein.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist der Menschenhandel in Litauen seit dem EU-Beitritt des Landes angestiegen. Bis zu 2.000 junge Frauen fallen jedes Jahr in Litauen Menschenhändlern zum Opfer. Ein Teil der Mädchen ist zwischen 14 und 18 Jahre alt. Fast ein Viertel der Frauen aus Litauen werden nach Großbritannien verkauft. (APA)

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