Banken-KV-Runde wieder unterbrochen

8. Dezember 2005, 18:41
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Betriebsräte sollen Mitte Dezember über weitere Vorgangsweise entscheiden - Gewerkschafter zürnen: "Rekordgewinne, aber kein Geld für Mitarbeiter"

Wien - Nur kurz dauerte am Mittwoch die zweite Runde in den diesjährigen Gehaltsverhandlungen für die rund 70.000 Bankangestellten. Die Lohnrunde wurde ergebnislos "unterbrochen". Und es kracht zwischen den Verhandlern. Die Arbeitnehmervertreter rüsten bereits für Proteste, wie am Nachmittag gegenüber der APA bestätigt wurde.

Der Chefverhandler der Bankmitarbeiter, Erste-Bank-Betriebsrat Günter Benischek, gibt den Ball nun an die Betriebsräte in den Banken österreichweit weiter: Sie sollen Mitte Dezember in einer Betriebsrätekonferenz die weitere Vorgangsweise entscheiden. Auch Protestmaßnahmen schließt Benischek nicht aus.

Das Angebot der Arbeitgeber laute weiter nur auf 2,5 Prozent mehr. Nach der traditionellen Formel der Arbeitnehmerforderung (Inflationsabgeltung und angemessener Anteil an Wirtschaftswachstum und Produktivitätszuwachs in den Instituten) müsste jedenfalls ein Dreier voranstehen, sagte Benischek zur APA.

Rekordgewinne

Ob ein im vorhinein fixierter Ersatztermin zwei Tage vor Weihnachten wahrgenommen wird, hängt vom Ausgang der Betriebsrätekonferenzen ab. Benischek: "Die Institute schreiben heuer Rekordgewinne, aber für die Mitarbeiter soll kein Geld da sein?" Er erinnert die Arbeitgeber im übrigen daran, dass die Arbeitnehmer zuletzt umfangreiche Dienstrechtsreformen mitgetragen haben.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) vermisst bei den Arbeitgebern nach der heutigen KV-Runde überhaupt "Gesprächs- und Abschlussbereitschaft".

"Obwohl laut Oesterreichischer Nationalbank die österreichischen Kreditinstitute heuer Rekordgewinne erwarten können, ist offenbar für angemessene Gehaltssteigerungen für die MitarbeiterInnen der Unternehmen nicht genügend Geld vorhanden, obwohl sie es waren, die durch ihre Leistung maßgeblich diesen Erfolg ermöglicht haben", so die KV-Verhandlerin der GPA, Claudia Kral-Bast, in einer Aussendung. "Wir werden daher in ganz Österreich BetriebsrätInnenkonferenzen einberufen, wo über die nächsten Schritte beraten wird." (APA)

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