Keine Spur von verschleppter Deutscher

1. Dezember 2005, 15:46
3 Postings

Irakische Behörden gehen "allen verfügbaren Hinweisen nach" - Schwester der Geisel: Forderungen erfüllen

Bagdad/Berlin - Die irakischen Behörden haben nach eigenen Angaben noch keine Spur von der verschleppten deutschen Archäologin Susanne Osthoff und ihres Fahrers. Das Innenministerium in Bagdad habe die Sicherheitsbehörden angewiesen, allen verfügbaren Hinweise nachzugehen, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Bagdad. "Trotzdem haben wir bisher noch keinerlei Informationen über das Schicksal oder den Zustand der Entführten." Unbekannte hatten die 43-Jährige und ihren Fahrer am Freitag verschleppt.

Schwester: Irakpolitik überdenken

Osthoffs Schwester Anja hat unterdessen die deutsche Bundesregierung aufgefordert, den Forderungen der Täter entgegenzukommen. "Ich hoffe, dass die Bundesregierung nicht so stur ist und sich viel mehr Gedanken über eine Veränderung in der Irak-Politik macht", sagte die 35-jährige Komponistin am Mittwoch in München. Den Vorwurf, ihre Schwester habe sich leichtsinnig in Gefahr begeben, wies Anja Osthoff entschieden zurück. Die Risiken seien der 43-Jährigen bewusst gewesen. Ihre Schwester habe trotz der Gefahren ihre Hilfsaktionen im Irak fortgesetzt und auf diese Weise viele Menschen gerettet. "Die ganze Welt hat zugeschaut, sie hat gehandelt. Das muss man ihr anrechnen."

Die deutsche Regierung will sich von den Entführern nicht unter Druck setzen lasse. "Es ist klar: Diese Bundesregierung, und ich denke auch, dieses Parlament - wir lassen uns nicht erpressen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag in Berlin. (APA/dpa)

Share if you care.