Chronologie: Terrorgruppen und Entführungen

11. Dezember 2005, 19:43
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20 Kidnappergruppen sind im Irak aktiv

Bagdad - Für Entführungen im Irak werden kriminelle Banden und islamistische Terrorgruppen verantwortlich gemacht. Schätzungen gehen von etwa 20 Gruppierungen aus, die oftmals keine feste Struktur haben und zum Teil miteinander in Verbindung stehen. In Bekenner-Erklärungen im Internet oder auf Videos tauchen wechselnde "Kampfnamen" auf. Diese Organisationen wurden relativ häufig mit Geiselnahmen in Verbindung gebracht: Die Terrorgruppe

Al Tawhid

(Einheit Gottes) hat ihre Wurzeln in Jordanien und unterstützt den von Osama bin Laden propagierten "Kampf gegen Ungläubige". Als Führer der zum Terrornetzwerk von Al Kaida zählenden Gruppe gilt der Jordanier Abu Mussab al-Zarqawi. Außer für Entführungen wird er für zahlreiche Bombenattentate verantwortlich gemacht. Die Gruppe

Ansar al-Islam

(Unterstützer des Islam) wurde nach Verfassungsschutz-Erkenntnissen von islamistischen Kurden im Nordirak gegründet und hat ebenfalls Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida. Die 2001 unter dem Namen Jund al-Islam (Soldaten des Islam) gegründete Organisation hat schätzungsweise 1000 Mitglieder.

Ansar al-Sunna

(Verteidiger der Überlieferung) ist ein Ableger von "Ansar al-Islam". Ihr gehören nach US-Erkenntnissen kurdische Islamisten, ausländische Al-Kaida-Terroristen und irakische Sunniten an. Anführer soll Abu Abdullah al-Hassan bin Mahmud sein, ein Jordanier mit angeblichen Verbindungen zu Osama bin Laden. Die Gruppe bekannte sich zur Ermordung des entführten Japaners Akihiko Saito.

Zur Geiselnahme von zwei italienischen UNICEF-Mitarbeiterinnen (Simona Toretta und Simona Pari) bekannte sich die Terrorgruppe

Ansar al-Zawahiri, zur Entführung der italienischen Journalistin Guiliana Sgrena eine

Organisation des islamischen Jihad. Für mehrere weitere Entführungen übernahm eine "Islamische Armee im Irak" die Verantwortung.

Die Islamische Armee Iraks indes kidnappte vier Monate lang die französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot. In anderen Bekenner-Erklärungen tauchten eine Gruppe Scharfes Schwert gegen die Feinde Gottes und seines Propheten, eine Nationale Islamische Widerstandsbewegung und die Brigaden des islamischen Zorns auf.(dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 30. 11. 2005)

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