Skandal um Baby-Milch: Weitere Produkte verseucht

1. Dezember 2005, 10:02
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Italienischer Konsumentenschutzverband schlägt Alarm - Neun von 25 getesteten Produkten enthielten Tintenspuren

Rom - Der Skandal um die Verunreinigung mit Tinte von Baby-Milch zieht weiter seine Kreise. Ein italienischer Konsumentenschutzverband behauptet, in mehreren Lebensmittelprodukten mit Tetrapack-Verpackungen Spuren von IsopropylThioXanton (ITX), einem Fotoinitiator für Tinte, gefunden zu haben. Ein Sprecher des Verbands Altroconsumo erklärte am Dienstag, ITX-Spuren in neun von 25 getesteten Produkten gefunden zu haben, vor allem in Fruchtsäften und Milchprodukte. Altroconsumo forderte die sofortige Rücknahme vom Markt der verseuchten Produkte.

Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Ascoli, die vergangene Woche die Beschlagnahme von Milch der Nahrungsmittelkonzerne Nestle und Milupa angeordnet hat, will die von Tetrapak gelieferten Packungen genauer unter die Lupe nehmen. Rückstände wurden nun auch in deutschen Produkten nachgewiesen.

Auch in Niederlanden

In den in den Niederlanden hergestellten Verpackungen seien Spuren von ITX gefunden worden, so die Staatsanwaltschaft. Tetrapak habe angegeben, dass die niederländische Filiale Verpackungen für zahlreiche andere Lebensmittelprodukte hergestellt habe, berichtete "Il Messaggero". Weitere 1.200 Produkte könnten verseucht worden sein. Tetrapak behauptete, ITX sei nicht giftig.

Auch in Säuglingsprodukten des deutschen Herstellers Milupa wurde die Substanz entdeckt. Wie das italienische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden Rückstände von ITX in Milch der Marken "Aptamil2", "Aptamil Soia" und "Bedimil" gefunden.

Baby-Milch von Nestle war vergangene Woche in vier europäischen Ländern vom Markt genommen worden. Allein in Italien ordneten die Behörden die Beschlagnahmung von 30 Millionen Litern an. Betroffen waren auch Frankreich, Spanien und Portugal, wie das Unternehmen mitteilte. In Österreich war das Produkt nicht verkauft worden. (APA)

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