Kothgasser relativiert: "Bloße Orientierung kein Hindernis"

2. Dezember 2005, 17:03
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Salzburger Erzbischof erläutert Homosexuellen-Dokument des Vatikans

Wien - Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser beurteilt die Vatikan-Direktive, die Homosexuellen den Zugang zum Priesteramt verwehrt, differenziert. "Die bloße Orientierung allein kann kein grundlegendes Hindernis sein", so Kothgasser in der "Presse" (Mittwoch-Ausgabe).

Reifung der Sexualität Voraussetzung

Allerdings setze das eine Reifung der Sexualität voraus, die im zölibatären Leben - wie bei den Heterosexuellen - eine neue Richtung finden müsse. "Ist jedoch eine durchgängige Praxis der Homosexualität vorhanden, hat das schon immer einen Ausschlussgrund bedeutet", sagt Kothgasser. Insofern ändere das römische Dokument nichts an der bisherigen Sicht der Dinge.

So versteht man das auch in Wien: "So wie ich es verstanden habe, geht es nur um Menschen, die in einer homosexuellen Beziehung leben oder sich für das Thema besonders engagieren", so der Leiter des Wiener Priesterseminars Nikolaus Krasa.

Zur römische Instruktion, neben Praktizieren von Homosexualität und der Unterstützung für die "Schwulenkultur" "tief verwurzelte homosexuelle Tendenzen" als separaten Punkt anzuführen, meint Kothgasser, dass Tendenzen gemeint seien, die so stark sind, dass sie vielfach zur Praxis führen.

Nach der sexuellen Ausrichtung wird übrigens schon jetzt gefragt: Manche wie Kothgasser tun das direkt, andere wie Krasa über Umwege: "Es gibt Indizienfragen, etwa nach der Beziehungsgeschichte." (APA)

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