Regierung kann 30.000 US-Soldaten entbehren

1. Dezember 2005, 15:46
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Sicherheitsberater: Abzug aller US-Militärs aber nicht vor Ende 2007 denkbar

Bagdad - Die irakische Regierung hält Anfang kommenden Jahres den Abzug von bis zu 30.000 US-Soldaten aus dem Golfstaat für möglich. Deren Aufgaben könnten bis dahin von irakischen Sicherheitskräften übernommen werden, sagte der Nationale Sicherheitsberater der Regierung, Mowaffak al-Rubaie am Dienstag in Bagdad in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Auch zeichne sich ein Ende des Aufstandes im Land ab, betonte er. Ein Abzug aller US-Soldaten sei aber nicht vor Ende 2007 denkbar.

"Ich bin überzeugt, dass Anfang nächsten Jahres bis zu 30.000 Soldaten den Irak verlassen können," sagte Rubaie. Seine Regierung habe inzwischen die Basis dafür gelegt, fügte er hinzu. "Wir haben die Waage zu unseren Gunsten geneigt und die Lage wird sich weiter verbessern."

Die USA haben ihrerseits in jüngster Zeit wiederholt von Plänen zur Reduzierung ihrer Truppen in dem Golfstaat gesprochen. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte in der vergangenen Woche erklärt, die US-Truppen würden in ihrer jetzigen Stärke nicht mehr sehr viel länger im Irak benötigt.

Die Regierung von US-Präsident George W. Bush steht unter starkem innenpolitischen Druck wegen des Irak-Einsatzes, bei dem inzwischen mehr als 2.000 US-Soldaten getötet wurden. Medienberichten zufolge plant das Land, Anfang 2006 drei von 18 Kampfbrigaden und damit bis zu 15.000 Streitkräfte abzuziehen. Insgesamt sind in dem Golfstaat derzeit 150.000 US-Soldaten stationiert. Medienberichten zufolge könnten die USA die Zahl ihrer Soldaten im Irak bis Ende 2006 auf unter 100.000 senken. (APA/Reuters)

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