Gebühr finanziert 56 Prozent ORF

9. Dezember 2005, 14:45
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Finanzplan 2006: Sonderbudget für Fußball-WM, Olympische Spiele

Hätte der ORF nicht 40 Prozent seiner Sendertochter an Raiffeisen verkauft, die Finanzen des ORF sähen heuer ziemlich trist aus. Das zeigen Zahlen aus der Budgetplanung für 2006, die der Stiftungsrat der Anstalt Mitte Dezember absegnen soll. 2006 helfen dann die Zinserträge aus dem Verkauf. Sie steigen laut Finanzplan um gut 50 Prozent auf 25 Millionen Euro.

"Sonstige Erträge"

Dem Verkauf von ORS-Anteilen verdankt der Küniglberg heuer 65 Millionen an "sonstigen Erträgen". Wer dazu die schrittweise Abwertung um zehn Millionen addiert, mit denen der ORF, wie berichtet, sein Konzernergebnis für 2006 aus den roten Zahlen bringt, kommt auf einen Kaufpreis für die 40 Prozent an der Sendertochter: rund 74 Millionen Euro.

Der weitaus größte Umsatzträger des ORF gewinnt 2006 weiter an Gewicht: Schon 56 Prozent der Erträge kommen dann laut Plan aus Gebühren. 437 Millionen Euro sind veranschlagt, gut neun Millionen mehr als heuer.

286 Millionen Euro Werbeumsatz sind geplant

Trotz neuer Tarif- und Rabattstruktur und weiterer Preisnachlässe im TV rechnet die Anstalt neuerlich mit geringerem Werbeumsatz: 286 Millionen sind eingeplant, sechs weniger als 2005.

Diesen Wert - und ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis der ordentlichen Geschäftstätigkeit (EGT) - muss die Geschäftsführung erreichen, um auch 2006 ihren Erfolgsbonus voll zu kassieren.

Teurer wird kommendes Jahr vor allem die Information: EU-Präsidentschaft und Nationalratswahl sind noch vergleichsweise günstig, ein großer Teil von 35 Millionen TV-Sonderbudget kosten Olympische Winterspiele und Fußball-WM. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 30.11.2005)

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