Interview: Peter Westenthaler

29. November 2005, 18:28
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"Stronach ist ein grader Michl"

Standard: Wie kommentieren Sie als Ex-Vorstand der Bundesliga und Austria-Fan Frank Stronachs Rückzug?
Peter Westenthaler: Das ist ein enormer Verlust, sowohl für die Bundesliga als auch für die Austria. Ganz Österreich fragt sich, wie das passieren konnte. Die Leute, die da aufgetreten sind, nörgeln an Kleinigkeiten herum, sehen aber das große Ganze nicht.

STANDARD: Was genau?
Westenthaler: Natürlich die Akademie, seinen Einsatz für die Nachwuchsförderung, sein Engagement für die Bundesliga. Und die Austria war in den letzten fünf, sechs Jahren die erfolgreichste Klubmannschaft Österreichs.

STANDARD: Wie war Ihre Zusammenarbeit in der Liga? War es ein Problem, dass Präsident Stronach oft nicht da war?
Westenthaler: Dieses Argument verwenden nur Menschen, die nicht mobil sind oder die moderne Kommunikation nicht im Griff haben.

STANDARD: Im Anforderungsprofil für Stronachs Nachfolger steht, er solle quasi rund um die Uhr anwesend sein.
Westenthaler: Das kommt von Rudolf Edlinger. Der ist noch aus der Generation, die mit Rauchzeichen gearbeitet hat.

STANDARD: Wie charakterisieren Sie Stronach als Mensch?
Westenthaler: Er ist ein grader Michl. Man weiß bei ihm immer, woran man ist. Und er ist ein herzlicher Mensch. Niemand, der ihn persönlich kennt, kann ein negatives Wort über ihn sagen. (Mit Westenthaler sprach Sigi Lützow - DER STANDARD PRINTAUSGABE 30.11. 2005)

Zur Person

Peter Westenthaler (38), Liga-Vorstand von Dezember 2002 bis August 2004. Danach ging der Ex-FPÖ-Klubobmann als "Special-Projects-Manager" zu Magna.

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