"Ich bin mehr der autochthone Typ"

29. November 2005, 18:48
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... und der geht auch schon einmal Risiken beim Vergären ein. Daniel Bauer setzt für das Weingut Bauer-Pöltl auf die besondere Kombination aus der Lage Altes Weingebirge und dem Blaufränkisch

Das "Alte Weingebirge" möge der "Aufhänger" im Weinbaubetrieb Bauer-Pöltl in Unterpetersdorf werden, wünscht sich Daniel Bauer. In dieser Einzellage in Unterpetersdorf habe es seit Urzeiten Wein gegeben. "Und weil Wein immer dort war, kann man annehmen, dass es eine besondere Lage ist", erzählt der Jungwinzer. Die schweren, tonreichen Böden und eine leichte Exponierung zum See hin mit dem "pannonischen Luftstrom, der genau dort auftritt," eignen sich besonders für die mittelburgenländische Leitsorte Blaufänkisch, schwärmt der Jungwinzer.

Der 23-Jährige ist 2003 am Weingut seiner Eltern eingestiegen und ist heute für das Geschehen im Keller verantwortlich. 2002 hat er die Weinbaufachschule Klosterneuburg abgeschlossen und einige Praxismonate in der Toskana, in Kalifornien und Südafrika verbracht. Mutter Marianne, geborene Pöltl, betreut das Büro und den Verkauf, Vater Ludwig ist für die Weingärten und die Erhaltung der Technik zuständig. Moderne Technologien werden übrigens "sehr sparsam" eingesetzt, denn Daniel hält "nicht viel von großer Technik. Ich bin mehr der autochthone Typ. Zu viel Technik kann Weine uniform machen. Daher gehe ich auch bewusst das Risiko einer Vergärung mit Wildhefen ein".

Blaufränkisch all over

Hauptsorte des Betriebes, der zu mehr als 90 Prozent rote Sorten verarbeitet, ist Blaufränkisch, weil es die Natur im Mittelburgenland so vorgegeben habe, so Bauer. Dazu kommen Zweigelt und etwas Cabernet Sauvignon und Merlot, wobei die beiden Letztgenannten für die Cuvées vorgesehen sind. Die Cabernet-Stöcke hätten 17 Jahre auf dem Buckel, ein schönes Alter, "da sie jetzt so einiges an Qualität bringen". Reinsortig abgefüllt werden Cabernet und Merlot aber nur in den besten Jahren.

Auch frühere Generationen der Familie haben auf Blaufränkisch gesetzt und damit gute Erfolge erzielt. So wird die Sorte nach allen Regeln der Kunst kultiviert. Es gibt eine Klassik-Linie, in die vor allem die Trauben der Junganlagen kommen. Dazu kommen zwei verschiedene Barrique-Varianten, eine Lagenauswahl unter dem Namen "Reserve" und ein Premiumwein aus - eben - dem Alten Weingebirge. (ls, DER STANDARD - Printausgabe, 30. November 2005)

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Bauer-Pöltl

Die Winzer wurden aus dem Buch
"Die besten Weine Österreichs 2005/2006"
von Viktor Siegl und Rudolf Steurer ausgewählt.
220 Seiten
9,95 Euro
Verlag Carl Ueberreuter
Wien 2005

5. Teil:
Tegernseerhof
Fam. Mittelbach,
Dürnstein
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  • Marianne, Daniel und Ludwig Bauer (v. li.) haben sich dem Blaufränkisch verschrieben.
    foto: weingut bauer-pöltl

    Marianne, Daniel und Ludwig Bauer (v. li.) haben sich dem Blaufränkisch verschrieben.

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