"Phantom von Kehl" muss erneut vor Gericht

30. November 2005, 18:40
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Ab 27. März - Berufungsgericht in Colmar überprüft erstinstanzliches Urteil

Colmar - Der als "Phantom von Kehl" bekannte Frauenmörder Jacques Plumain muss sich ab dem 27. März kommenden Jahres abermals vor Gericht verantworten. Wie ein Justizsprecher am Dienstag mitteilte, beginnt dann vor dem Schwurgericht im elsässischen Colmar das Berufungsverfahren gegen den 31 Jahre ehemaligen Militärkoch. Der Prozess soll bis zum 13. April dauern.

Im Juni war der Franzose aus dem französischen Überseedepartement Guadeloupe in Straßburg wegen des Mordes an zwei Frauen und des versuchten Mordes an einer Dritten zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. In einem weiteren Mordfall wurde er mangels Beweisen freigesprochen. Dem Straßburger Urteil zufolge muss er mindestens 20 Jahre verbüßen. Dank der Anrechnung einer früheren Strafe könnte er allerdings nach 16 Jahren wieder auf freien Fuß kommen. Gegen diese Entscheidung legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Sie hatte eine mindestens 22-jährige Sicherheitsverwahrung gefordert, die Höchststrafe in Frankreich.

Zwei Morde gestanden

Plumain gestand zwei brutale Morde an Frauen, die im Dezember 1999 in Kehl und im Mai 2000 in Straßburg verübt wurden. Er gab auch den Mordversuch an einer damals 39 Jahre alten Putzfrau aus Kehl zu, die den Angreifer mit lauten Schreien in die Flucht jagen konnte und schwer verletzt überlebte. Bis zuletzt bestritt der Mann jedoch, etwas mit dem Tod einer 22 Jahre alten türkischen Krankenpflegerin zu tun zu haben. Sie war im Oktober 1999 in Kehl mit Schlägen auf den Kopf getötet worden. (APA/AFP)

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