Weniger Splitt für Linz

1. Dezember 2005, 10:02
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Dafür ein Esslöffel Salz pro Quadratmeter Gehweg - Wegen Feinstaubbelastung

Linz – Mehr Salz weniger Splitt, auf diesen Nenner lässt sich die neuen Winterdienstverordnung der Stadt Linz bringen. Anlass für diese Regelung ist die Entwicklung der Feinstaubbelastung in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Bis Ende Oktober wurde in dem Jahr bereits 50- mal der Grenzwert für Schwebstaub PM10 an drei von fünf Messstellen in Linz überschritten.

Salz auch auf Gehwegen

Der Abrieb von Splitt gilt als ein wesentlicher Verursacher von Feinstaub. Um die Luftbelastung zu senken, darf ab dieser Wintersaison in Linz auch auf Gehwegen, die zur Straße hin abfallen, Feuchtsalz gestreut werden. Aber auch dieses soll so sparsam wie möglich verwendet werden. Ein Esslöffel so genannter Auftaumittel pro Quadratmeter Gehweg reiche vollkommen, lau 2. Spalte tet die Vorgabe vom Magistrat. Wer gegen die Winterdienstverordnung verstößt – und dabei erwischt wird – muss 218 Euro Strafe zahlen.

Auch in Graz wurde aufgrund der Feinstaubbelastung ein "differenzierter Winterdienst" eingeführt. Ebenso wie in Linz wird in der steirischen Landeshauptstadt kaum mehr Splitt verwendet. In einigen Bezirken soll bei extremer Vereisung nur noch Feuchtsalz gestreut werden. Die Rückkehr zu dem lange Zeit für die Umwelt als zu aggressiv eingeschätzten Streugut hat zwei Gründe. Das neuartige Feuchtsalz kann genauer und damit sparsamer eingesetzt werden, da es besser auf der Straße haftet. Und der Vorteil im Gegensatz zum Splitt: Kein so langer Bremsweg für Autofahrer auf gestreuten aber schneefreien Straßen. (ker, DER STANDARD Printausgabe, 30.11.2005)

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