Bananen-Streit: EU lenkt ein

8. Dezember 2005, 18:33
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Zollfreies Kontingent von 775.000 Tonnen für AKP-Länder - Bisher galt ein kompliziertes Einfuhrsystem

Brüssel - Nach einem Streit mit überseeischen Produzenten erhebt die EU niedrigere Bananen-Einfuhrzölle als zunächst geplant. Vom 1. Jänner 2006 an gelten für die "normalen" Bananenproduzenten - vor allem jene Lateinamerikas - ein Zollsatz von 176 Euro pro Tonne, beschloss die EU nach Angaben der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Zugleich wird den Produzenten aus den AKP-Ländern, meist früheren Kolonien von EU-Mitgliedern in Afrika, der Karibik und dem Pazifik, ein zollfreies Kontingent von 775.000 Tonnen Bananen eingeräumt.

Handelskonflikt

Zwei Wochen vor dem Gipfel der Welthandelsorganisation WTO in Hongkong versucht die EU damit, einen seit langem schwelenden Handelskonflikt zu entschärfen. Die Union hatte zunächst einen Satz von 230 Euro je Tonne vorgeschlagen, den lateinamerikanische Produzenten über ein WTO-Schiedsgericht jedoch zu Fall brachten. Auch ein EU-Einfuhrzoll von 187 Euro war zu hoch gewesen.

Bisher galt ein kompliziertes Einfuhrsystem, das von der WTO beanstandet worden war. Es basierte auf zollfreien AKP-Einfuhren in Höhe von 860.000 Tonnen sowie einem Bananenkontingent von 2,2 Mio. Tonnen zum Zollsatz von 75 Euro für die Nicht-AKP-Staaten. Nach Überschreiten des Kontingents wurden 680 Euro pro Tonne fällig. (APA/dpa)

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    Für Bananen galt bisher ein kompliziertes Einfuhrsystem, das von der WTO beanstandet worden war.

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