Wissen: Was die EZB entscheidet

8. Dezember 2005, 19:03
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Hüter des Euro setzen den Leitzins vor allem zum Kampf gegen die Inflation ein

Frankfurt - Der Begriff Leitzins bezeichnet den von der Zentralbank festgelegten Zinssatz zur Steuerung der Geldpolitik. Er bestimmt die Konditionen, zu denen sich Banken kurzfristig Geld bei der Notenbank leihen können. Damit steuert der Zinssatz auch, ob die Kredite für die Bankkunden teurer oder billiger werden.

In Deutschland galten bis 1998 zwei verschiedene Sätze als Leitzinsen: Der Lombardsatz, zu dem Wertpapiere bei der Bundesbank kurzzeitig verpfändet wurden und der Diskontsatz, zu dem die Bundesbank Wechsel von den Banken aufkaufte.

Mindestbietungssatz

Seit der Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist der so genannte Mindestbietungssatz der Zinssatz mit dem größten Einfluss auf den gesamten Finanzmarkt und wird daher als Leitzins betitelt.

Die Hüter des Euro setzen den Leitzins vor allem zum Kampf gegen die Inflation ein. Besteht die Gefahr, dass die Preise zu stark anziehen, kann die Notenbank den Zins erhöhen. Weil das die Kredite für Unternehmen verteuert, investieren die Betriebe weniger.

Das bremst das Wirtschaftswachstum und somit den Preisauftrieb. Sinkendes Wirtschaftswachstum und die Aussicht auf schrumpfende Konzerngewinne lassen wiederum die Aktienkurse fallen. Bei moderaten Zinsschritten ist dies jedoch meist nur eine vorübergehende Reaktion. (APA)

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