Gutes Geld mit schönem Ertrag

8. Dezember 2005, 18:50
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Mikrofinanzprodukte sollen dem Anleger sichere Renditen bringen und Kleinstkredit­nehmern Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen

Wien - "Man kann Geld sehr wohl in eine gute Richtung lenken", sagt Manfred Kastner, Aufsichtsrat der Vienna Portfolio Management AG und hat auch gleich ein anschauliches Beispiel dafür bereit. Fatima Serwoni ist in Uganda daheim und betreibt dort in einem kleinen Dorf ein kleines Geschäft. Zu kaufen gibt es Lebensmittel und Waren aller Art. Mit einem so genannten Mikrokredit hat sie nun zusätzlich ein Handy angeschafft, das die Dorfbewohner gegen Entgelt nützen. Aufgeladen wird es mittels Autobatterie, denn Strom gibt es in dem Dorf nicht.

Die Mikrokredite werden von Mikrofinanzinstituten vergeben, die sich wiederum mit staatlichen und privaten Geldern finanzieren. Davon gibt es weltweit geschätzte 10.000 mit 25 bis 30 Millionen Kunden. Die Kreditnehmer haben vor allem eines gemein: Sie sind finanziell nicht so ausgestattet, dass sie bei einer herkömmlichen Bank ein Konto haben oder von einer solchen einen Kredit bekämen. Es geht also darum, Menschen mit Geschäftsideen in Entwicklungsländern den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Die Idee ist somit einfach - und sie ist nicht neu.

Neue selbstständige Einkommensmöglichkeiten

Ein Entwicklungsziel der internationalen Gemeinschaft, das auch am Microcredit Summit von 1997 formuliert wurde, war es, bis Ende 2005 100 Millionen der ärmsten Menschen über Mikrokredite neue selbstständige Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen - zu fairen Bedingungen. Flossen bis vor wenigen Jahren vor allem staatliche Gelder in die Mikrofinanz, so sollte das 2005 von der Uno ausgerufene "Jahr der Mikrofinanz" bewirken, dass auch private Investoren an Bord geholt werden. Internationale Finanzdienstleister haben inzwischen aber auch erkannt, dass mit vielen kleinen Kreditnehmern Geld zu verdienen ist. Sie sammeln auf globalen Kapitalmärkten Geld ein und stellen es den Kleinkreditgebern gegen Zinsen zur Verfügung. Über 50 spezielle Fonds gibt es mittlerweile für Investoren oder Privatleute zur Auswahl.

Mikrofinanzprodukte für Österreich

Vienna Portfolio Management AG und Absolute Plus Zurich AG bringen nun erste Mikrofinanzprodukte für größere Kapitalanleger in Form eines Private Placements und eine Garantieanleihe für den normalen Investor nach Österreich. Sie richten sich aber auch an Kunden in Deutschland, der Schweiz und in den nordischen Ländern. Manfred Kastner kann dank hoher Rückzahlungsrate der Kreditnehmer und Kreditnehmerinnen von durchschnittlich 95 bis 98 Prozent mit seinen neuen Mikrofinanzfonds eine sichere Geldanlage anbieten: „Mit finanzieller und ethischer Rendite“, wie er betont. „Die Nachfrage nach moralisch vertretbarer Geldvermehrung ist vorhanden“, sagt Kastner. Die Mikrokredite werden durchschnittlich mit sechs bis zehn Prozent Zinsen verliehen. Dem Anleger bleiben damit rund vier bis fünf Prozent.

Bei der Darlehensvergabe wird Vision Microfinance vom Investment Adviser Symbiotics SA Information, Consulting & Services unterstützt. (Regina Bruckner)

Link

Vienna Portfolio Management AG

Buchtipp: Naoko Felder-Kuzu, "Making Sense. Mikrofinanzierung und Mikrofinanz­investitionen", aus dem Englischen von Nikolas Bertheau, Murmann Verlag, ISBN 3938017295
  • Manfred Kastner ist Aufsichtsrat und Gründer der Vienna Portfolio Management AG und der Absolute Plus Zurich AG).
    foto: vpm

    Manfred Kastner ist Aufsichtsrat und Gründer der Vienna Portfolio Management AG und der Absolute Plus Zurich AG).

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