Schweier Bundesrat Couchepin verteidigt Swisscom-Übernahmeverbot

6. Dezember 2005, 10:35
posten

Eirecom sei zu teuer. Zudem seien deren Perspektiven schlecht

Der Schweizer Bundesrat und Innenminister Pascal Couchepin verteidigt den Kurswechsel der Landesregierung bei den Swisscom-Auslandengagements. Die von der Swisscom ins Visier genommene Eircom sei zu teuer. Zudem seien deren Perspektiven schlecht.

Kurseinbruch

Dass der Aktienkurs des irischen Unternehmens nach Bekanntwerden des Expansionsverbots um 17 Prozent einbrach, ist für Couchepin ein Zeichen dafür, dass die Swisscom ein überbewertetes Unternehmen habe kaufen wollen. Das sagte Couchepin in Interviews mit mehreren Zeitungen.

Nach Ansicht des Bundesrates wäre auch der Preis der dänischen TDC zu hoch. Die Swisscom hatte offenbar auch Interesse an dieser Gesellschaft. Couchepin verwies darauf, dass die Swisscom bereits mit der deutschen debitel 3,3 Mrd. Franken (2,13 Mrd. Euro) in den Sand gesetzt hatte.

Privatisierung

Der Innenminister verteidigte zudem die geplante Privatisierung der Swisscom. Die Risiken für den Bund seien zu groß, sagte er mit Blick auf das Swissair-Debakel. Die Eidgenossenschaft habe gerade mal 6 Prozent des Swissair-Kapitals gehalten, sei aber trotzdem für den Zusammenbruch der Airline verantwortlich gemacht worden.

Die Swisscom gilt auch als Interessent für die börsenotierte Telekom Austria. Ein Übernahmeversuch war in der Vergangenheit am Widerstand Österreichs gescheitert.(APA/sda)

Share if you care.