Gedämpfte Erwartungen der Skiindustrie

8. Dezember 2005, 17:47
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Nachdem bereits die vergangene Verkaufssaison teilweise enttäuschend verlief, wird vor allem am japanischen Markt mit weiteren Einbußen gerechnet

Wien - Nachdem bereits die vergangene Verkaufssaison für die österreichische Ski-Industrie zum Teil enttäuschend verlaufen ist, ist auch die Einschätzung für 2005/2006 spürbar gedämpft. Davon betroffen sind vor allem Alpinskier und Snowboards, wie aus einer Mitteilung des Fachverbands Holzindustrie der Wirtschaftskammer vom Dienstag hervorgeht. Schuld daran ist vor allem der japanische Markt, wo mit weiteren Einbußen gerechnet wird.

Während der japanische Markt in der vergangenen Saison wie erwartet auf einem niedrigen Niveau stagnierte, haben sich die positiven Einschätzungen in Amerika nicht erfüllt. Dies gilt für die USA im gleichen Ausmaß wie für Kanada.

Osteuropa zieht an

Die Verkäufe auf den europäischen Märkten verliefen durchaus wie geplant, so dass etwa auf dem nach wie vor größten europäischen Exportmarkt Deutschland leichte Zuwächse erzielt wurden. Auf den osteuropäischen Märkten verzeichnet man kontinuierliche Steigerungen der Marktvolumina - besonders gut verkaufen sich Langlaufskier in Russland. Insgesamt sei der Absatz von Langlaufskiern zufrieden stellend, heißt es.

Für die Verkaufssaison 2005/2006 wird ein Andauern der Kaufzurückhaltung auf den beiden amerikanischen Märkten befürchtet - wie in Europa dürfte aber das Wetter dabei eine entscheidende Rolle spielen. Eine stabile Marktentwicklung, wie in der Vorsaison, wird für Europa erwartet. Leichte Marktzuwächse auf den osteuropäischen Märkten sind kalkuliert. Für den Langlaufmarkt gibt es optimistische Berichte.

Erhöhung bei den Rohstoffkosten

Die österreichischen Skihersteller müssen nach eigenen Angaben weiterhin starke Erhöhungen bei den Rohstoffkosten (Kunststoff, Kleber, Laminate, Holz) verkraften. Gleichzeitig gebe es von der Nachfrageseite einen starken Preisdruck. Leicht positiv könnte sich die Entwicklung des Dollars und des Yen auswirken.

Die Österreichische Skiindustrie exportiert mehr als 85 Prozent ihrer Produkte und erzielte in der abgelaufenen Saison im Außenhandel einen Überschuss von rund 220 Mio. Euro. Insgesamt wurden Skier im Wert von 330 Mio. Euro (Alpin und Snowboards) und Langlaufskier im Wert von 35 Mio. Euro verkauft. In den Unternehmen der Österreichischen Skiindustrie sind rund 3.500 Mitarbeiter direkt beschäftigt.

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Weltmarkt-Erwartungen für 05/06

Alpinskier 4,3 bis 4,4 Mio. Paar Langlaufskier 1,2 bis 1,5 Mio. Paar Snowboards 1,0 Mio. Boards Bindungen 4,0 Mio. Paar

APA
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Alpinskier und Snowboards wurden bereits in der vergangenen Saison weniger gut verkauft, als erwartet worden war.

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