Die schwelende Bedrohung

1. Dezember 2005, 11:42
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Aids breitet sich weiter aus: Von 17,5 Millionen der infizierten Frauen weltweit sind 13,5 Millionen Afrikanerinnen

Wien - Trotz aller Aufklärungskampagnen und Fortschritte im Kampf gegen Aids breitet sich die Immunschwächekrankheit weltweit weiter aus.

Laut dem UNAIDS-Programm leben derzeit 40,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus - das sind mehr Menschen als jemals zuvor. Die Zahl der Todesopfer im Jahr 2005 beträgt 3,1 Mio. Im Jahr 2005 infizierten sich weltweit rund 4,9 Mio. Menschen neu mit der Immunschwächekrankheit.

Afrikannerinnen vermehrt erkrankt

In einigen Regionen der Welt explodierte die Zahl der Neuansteckungen geradezu. Besonders betroffen sind China, Papua-Neuguinea und Vietnam, aber auch einige Länder Osteuropas. Krisenregion Nummer eins bleibt aber nach wie vor das südliche Afrika: Dort sind 25,8 Millionen Menschen mit dem Immunschwäche-Virus infiziert. Von den 17,5 Millionen infizierten Frauen weltweit sind 13,5 Mio. Afrikanerinnen. Aber auch in Westeuropa und den USA ist HIV weiter auf dem Vormarsch. In den USA stieg die Zahl der Infektionen auf mehr als eine Million, in Westeuropa auf mehr als eine halbe Million. Hauptgrund ist ungeschützter Geschlechtsverkehr.

Daten für Österreich

In Österreich leben zwischen 12.000 und 15.000 HIV-Positive. Jeden Tag gibt es ein bis zwei Neuinfektionen. Zwei Drittel davon sind Männer, ein Drittel Frauen. In den ersten drei Quartalen wurden 364 Neuinfektionen festgestellt (Vergleichszeitraum 2004 ebenfalls 364). Von 1983 bis 3. Oktober 2005 wurden 2.427 Menschen behandelt, davon starben 1.400; derzeit sind 1.027 PatientInnen in Behandlung.

35,2 Prozent der Kranken stammten aus dem Kreis der Homo/Bisexuellen (853), 24,5 Prozent injizierten Drogen (595), 18,4 infizierten sich auf heterosexuellem Weg, 1,1 Prozent (26) waren Kinder, die von der Mutter infiziert wurden. 21,1 Prozent der Aids-Patienten waren Frauen (36,1 Prozent Drogen, 44,9 Prozent heterosexuelle Kontakte als Ursache). 78,9 Prozent waren Männer (21,4 Drogen, 11,3 Prozent heterosexuelle Kontakte, 44,5 homosexuelle Kontakte). (APA)

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    Im Jahr 2005 infizierten sich weltweit rund 4,9 Mio. Menschen mit dem HIV-Virus.
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