Demo für Erhalt des Werks am Mittwoch

30. November 2005, 12:24
1 Posting

Kundgebung der Beschäftigten in Groß Enzersdorf - Betriebsrat: "Es geht für viele Menschen ums Überleben"

Wien/Gänserndorf - Für den Erhalt des im Konkurs befindlichen Iglo-Werks in Groß Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) findet am Mittwoch (10.00 Uhr, Firmengelände) eine Kundgebung statt. Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Zukunft Marchfeld", teilte die Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) am Dienstag in einer Aussendung mit.

"Die Schließung des Werkes hätte dramatische Folgen für die rund 320 Beschäftigten, die rund 300 Landwirte und die gesamte Region," stellte Ewald Müller, Betriebsratsvorsitzender der Austria Frost, fest. "Wir haben uns deshalb entschlossen, einen historischen Schritt zu gehen und erstmals gemeinsam mit allen Betroffenen ein deutliches Zeichen zu setzen. Es geht für viele Menschen ums Überleben im Marchfeld."

Langfristiger Fortbestand gefordert

An der Kundgebung werden Vertreter der Austria Frost-Beschäftigten, der betroffenen Landwirte, der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss, der Gemeinde Groß Enzersdorf und der Region Marchfeld teilnehmen. Sie alle fordern, dass das Werk langfristig erhalten werden muss. An all jene, die gerade in diversen Verkaufsverhandlungen stehen, richten Beschäftigte, Gewerkschaft, Landwirte und Gemeinde folgende Forderungen: langfristiger Erhalt des Standorts, dadurch Sicherung der Arbeitsplätze der Beschäftigten und Sicherung der Lebensgrundlage der Landwirte, so die Gewerkschaft.

Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ, richtete am Dienstag den Appell an Unilever, "das Iglo-Werk weiterleben zu lassen". Er reagierte damit auf Berichte, wonach Unilever drei Modelle für die Zukunft seiner Tiefkühlsparte prüfe, eines davon sehe den kompletten Verkauf vor. Als Voraussetzung für eine nachhaltige Weiterführung des Austria Frost-Werkes sehen die Bauern laut einer Aussendung "geordnete Eigentumsverhältnisse am Grundstück und bei den Immobilien". Austria Frost dürfe "nicht zum Spekulationsobjekt werden. Wir erwarten realistische Bewertungen", so Schultes. (APA)

Share if you care.