Schicksal von bisher entführten Ausländerinnen

11. Dezember 2005, 19:43
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Prominente Opfer Aubenas und Sgrena überlebten Entführung - Britin Hassan wurde ermordet

Hamburg - Im Irak haben Geiselnehmer seit Frühjahr vergangenen Jahres wiederholt auch Ausländerinnen in ihre Gewalt gebracht:

Im April 2004 wurde eine japanische Fotoreporterin entführt. Sie sollte lebendig verbrannt werden, falls Japan nicht binnen drei Tagen seine Soldaten zurückzöge. Im September 2004 gerieten die italienischen UNICEF- Mitarbeiterinnen Simona Pari und Simona Torretta (beide 29) in Bagdad in den Hinterhalt einer Terrorgruppe. Ob für ihre Freilassung nach drei Tagen ein Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar.

Fünf Monate lang sorgte sich Frankreich um das Schicksal der "Liberation"-Reporterin Florence Aubenas (43). Aubenas und ihr Fahrer waren im Jänner dieses Jahres entführt worden. Vor ihrer Freilassung im Juni tauchte ein Video als Lebenszeichen auf.

Die einmonatige Geiselhaft der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena ("Il Manifesto", "Die Zeit") endete mit einem Drama. Auf dem Weg zum Flughafen Bagdad wird ihr Wagen am 4. März 2005 von einem US- Kontrollposten beschossen. Dabei stirbt ein italienischer Geheimagent, der sich schützend über die 56-Jährige geworfen hatte.

Die Britin Margaret Hassan wurde von ihren Kidnappern ermordet. Die 59-jährige Leiterin des Irak-Büros der Hilfsorganisation Care International in Bagdad wurde am 19. Oktober 2004 auf dem Weg zur Arbeit überfallen. Einen Monat später reagierten die Briten fassungslos auf ein Video, das die Erschießung der Frau zeigte. Die mit einem Iraker verheiratete Muslimin Hassan hatte vergeblich um ihr Leben und den Rückzug der britischen Truppen aus dem Irak gefleht. (APA/dpa)

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