Folsäure in der Nahrung wirkt gegen Demenzerkrankungen

6. Dezember 2005, 18:30
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Erbsen, Kohlsprossen, Broccoli, Hülsenfrüchte, Erdäpfel und Vollkornprodukte als geeignete "Lieferanten"

Wien/Bologna - Folsäurereiche Ernährung beugt Demenzerkrankungen vor. Zu diesem Schluss sind nun Wissenschafter der Universität Bologna gekommen. Vier Jahre lang untersuchte die Forschergruppe 816 Personen mit einem Durchschnittsalter von 74 Jahren. Das Ergebnis: Folsäure "entsorgt" das Demenz fördernde Stoffwechsel-Zwischenprodukt Homocystein. Lebenslanges Gehirntraining sollte als Demenz-Prophylaxe allerdings auch in den Alltag eingebaut werden.

"Kritisches" Vitamin

Der Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) hat sich nach der Veröffentlichung der Untersuchung zu einer Empfehlung entschlossen: Eine adäquate Folsäurezufuhr - insbesondere grüne Gemüsesorten - sollte vermehrt in den Speisealltag integriert werden. Zu den Top-Folsäurelieferanten zählen übrigens Erbsen, Kohlsprossen, Broccoli, Hülsenfrüchte, Erdäpfel und Vollkornprodukte. Folsäure gehört in Österreich zu den "kritischen" Vitaminen, die täglichen Aufnahmeempfehlungen werden laut VEÖ durchschnittlich um etwa die Hälfte unterschritten. Eine "vermehrte Aufnahme" sei deshalb "in allen Altersgruppen vorteilhaft".

Die italienische Studie hat nun erstmals gezeigt, dass ein erhöhter Plasma-Homocysteinspiegel mit einem signifikant erhöhten Risiko für Demenz und Alzheimer einhergeht, hieß es am Dienstag in einer EVÖ-Aussendung. Die Wissenschafter schlussfolgerten daraus, dass erhöhte Plasma-Homocysteinspiegel und niedrige Serum-Folatspiegel unabhängige Vorboten für die Entstehung von Demenz und der Alzheimer'schen Erkrankung darstellen.

"Böses" Homocystein

Homocystein ist ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel, das laufend im Körper anfällt und mit Hilfe der drei B-Vitamine Folsäure, B6 und B12 "entsorgt" werden muss - wobei der Folsäure dabei die größte Bedeutung zukommt. Erhöhte Homocysteinwerte im Blut wurden als unabhängiger Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen - allen voran Gefäß- und Herz-Kreislauferkrankungen sowie Demenzerkrankungen - identifiziert. Zu viel Homocystein schädigt die Blutgefäße und trägt somit zur Bildung von arteriellen und auch venösen Verschlüssen bei. Ursachen für leicht erhöhte Homocystein-Spiegel sind u.a. genetische und Ernährungsfaktoren. (APA)

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