Küng: "Keine Vorurteile gegen Homosexuelle"

29. November 2005, 12:02
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Diözesanbischof verteidigt Vatikan-Dokument - Heterosexueller Sex außerhalb der Ehe sei ebenso "niemals statthaft"

St. Pölten - Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng hat das Nein des Vatikan zur Aufnahme von Homosexuellen in Priesterseminare verteidigt. Die neue Instruktion der vatikanischen Bildungskongregation beruhe nicht auf Vorurteilen gegen Homosexuelle, sondern resultiere aus dem christlichen Menschenbild. Homosexuell geneigte Menschen könnten aber "sehr begabt, sehr fähig und sehr wertvoll" sein, erklärte Küng am Dienstag in einer Aussendung.

"Niemals statthaft"

Die Position des Vatikan begründet der St. Pöltener Bischof unter anderem damit, dass es für Priesteramtskandidaten mit "homosexuellen Tendenzen" schwierig sei, das christliche Bild der Ehegemeinschaft zwischen Mann und Frau glaubhaft zu vertreten: "Geschlechtsverkehr gehört nach christlichem Verständnis in die Ehe,..., wobei das Offensein, Vater bzw. Mutter zu werden, Bestandteil dieser Hingabe ist". Bei homosexuell geneigten Menschen sei eine solche eheliche Ganzhingabe nicht möglich und "daher nach christlichem Verständnis niemals statthaft". Ebenfalls nicht statthaft ist für Küng übrigens auch heterosexueller Geschlechtsverkehr, sofern er außerhalb der Ehe stattfindet.

Gegen Unterminierung des Zölibats

Weiters verweist der Bischof auf Probleme in den Priesterseminaren, würden dort homosexuell geneigte Personen Mitglieder werden. Zölibat sei der Verzicht auf Ehe und setze prinzipiell eine heterosexuell orientiere Persönlichkeit voraus: "Es wäre eine Unterminierung des Zölibats, wenn in einem Seminar oder in einem Kloster eine so genannte homosexuelle Subkultur besteht." Homosexuelle Personen zögen sich an, heterosexuell Personen fühlten sich jedoch von einer homophilen Atmosphäre eher abgestoßen, "was für die Entwicklung solcher Seminare und Klöster entsprechende Folgen haben kann".

Zurückgewiesen werden von Küng Deutungen, wonach die vatikanische Instruktion mit dem gehäuften Vorkommen der Pädophilie zu tun habe: "In Wirklichkeit kommt Pädophilie sowohl bei hetero- als auch bei homosexuell geneigten Menschen vor." (APA)

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