Porträt: Susanne Osthoff organisierte seit 1991 Irakhilfe

30. November 2005, 18:37
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Das Entführungsopfer lernte Land als Archäologin kennen und lieben

München - Die im Irak entführte Susanne Osthoff war nach Angaben der Münchner Unternehmensberatung FaktorM seit 1998 für diese Firma tätig. Susanne Osthoff habe einen Studienabschluss in vorderasiatischer Archäologie und Semitistik, heißt es im Mitarbeiterprofil auf der Internetseite von Faktor M.

Danach hat sie mehrere Studien- und Ausgrabungsreisen in die Türkei, nach Syrien, Tunesien, Jordanien, Algerien, Marokko, Ägypten, in den Irak und den Jemen unternommen und dabei eingehende Landes-, Kultur- und Sprachkenntnisse erworben. Viele Jahre sei sie als Reiseleiterin in Arabien tätig gewesen. "Seit 1991 organisiert und unterstützt sie Hilfsgüterübermittlungen in den Irak", heißt es auf der FaktorM-Website.

Beraterin, Organisatorin und Trainerin

Seit 1998 arbeitet die heute 43-Jährige als Beraterin, Organisatorin und Trainerin für FaktorM im Bereich Interkulturelles Management. Sie betreue ausländische Patienten in Einrichtungen des bayerischen Gesundheitswesens und initiiere, koordiniere und berate Projekte zum Aufbau des Gesundheitswesens im Irak.

Susanne Osthoff wird auf der Mitarbeiter-Website mit den Worten zitiert: "Meine Stärken sind die verhandlungssichere Kenntnis der arabischen Sprache, die Vertrautheit mit der arabischen Gesellschaft und Kultur und die langjährige Erfahrung in interkulturellen Hilfs- und Aufbauprojekten." Osthoff war für ihren Einsatz in den Kriegsgebieten 2003 von der "Süddeutschen Zeitung" mit dem SZ-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden.

Muslimin

Nach Angaben der Zeitung ist Osthoff gebürtige Münchnerin, war mit einem jordanischen Araber verheiratet und ist Muslimin. Ihre Tochter soll in Glonn bei Freunden leben. Die Familie habe kein Verständnis für ihre gewagten Aktionen: "Die wollten, dass ich bei Aldi arbeite", sagte sie im März 2004 der "Süddeutschen Zeitung". Ihre Liebe zum Irak rühre von ihrem Studium her. Sie habe bei Barthel Hrouda , dem Nestor für Vorderasiatische Archäologie, an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Als Studentin habe Susanne Osthoff mit Hrouda an Grabungen in Isin teilgenommen, einer Stadt aus sumerischer Zeit 200 Kilometer südlich von Bagdad. (APA/AP)

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    Susanne Osthoff

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