Studie: Vereinsmeier verdienen mehr Geld

8. Dezember 2005, 18:37
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"Je mehr ehrenamtliche Arbeit, desto höher der Mehrverdienst", fand die Uni Linz heraus

Linz - Vereinsmeiererei zahlt sich aus: Einer Studie der Linzer Johannes Kepler Universität zu Folge verdienen ehrenamtlich tätige Bürger in Oberösterreich durchschnittlich um 15 Prozent mehr Geld. Und: Je mehr ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, desto höher der Mehrverdienst, sagen die Volkswirte.

Der nahe liegende Verdacht, dass Leute, die mehr Geld haben, es in Vereinsmeierei investieren, hat sich laut Studie nicht bestätigt. Universitätsprofessor Franz Hackl, Martin Halla und Gerald Pruckner vom Institut für Volkswirtschaftslehre entdeckten aber, dass in der Vereinsarbeit vieles aufgebaut wird, das auch im Beruf von Nutzen sein kann: Etwa Organisationsgeschick und der richtige Umgang mit Menschen.

Die Folgerung der Wissenschafter: "Ehrenamtlich Tätige können vielfach andere berufliche Wege einschlagen, wo sie einfach mehr verdienen." Auch der Netzwerkgedanke spiele eine Rolle: Über die Vereinsarbeit würden Kontakte geknüpft und Kunden gewonnen.

Kontakte knüpfen

Dabei komme es nicht auf die Anzahl der Vereine an. Nach Ansicht der Studienautoren ist es sogar lukrativer, sich auf nur eine ehrenamtliche Tätigkeit zu konzentrieren, diese dann aber ordentlich zu betreiben. Für Vereine oder Organisationen, wie etwa das Rote Kreuz oder die Freiwillige Feuerwehr, sei das eine wichtige Erkenntnis beim Werben neuer Mitglieder, sagen die Forscher.

51 Prozent der Österreicher sind in Organisationen oder Vereinen ehrenamtlich tätig. Im angelsächsischen und skandinavischen Bereich sind es rund 30 Prozent. Der Prozentsatz ist in Österreich auf dem Land größer als in der Stadt. Der Mehrverdienst durch ehrenamtliche Tätigkeit ist übrigens nicht überall so hoch wie in Österreich: In den USA etwa profitieren nur die Männer. Dabei beläuft sich der Mehrverdienst auf zwei bis drei Prozent. (APA)

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