ÖVAG Investkredit-Chef Stadler im neuen Jahr in Vorstand

8. Dezember 2005, 17:42
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ÖVAG hofft auf Lösung im Hypo-Konflikt in den nächsten Monaten

Wien - Investkredit-Chef Wilfried Stadler nimmt nach der Übernahme "seines" Instituts durch die ÖVAG heuer nicht mehr Platz im Vorstand des Spitzeninstituts der Volksbanken. "Ich würde mich freuen, wenn Herr Doktor Stadler in den Vorstand kommt. Aber das wird nicht vor Ende des ersten Quartals 2006 sein", kündigte ÖVAG-Chef Franz Pinkl gestern, Montagabend, im "Zigarrenklub" an.

Gleichzeitig betonte Pinkl, einer Entscheidung des ÖVAG-Aufsichtsrats nicht vorgreifen zu wollen. Stadler ist bereits seit Monaten im Gespräch für einen Vorstandsposten in der ÖVAG (zusätzlich zu seiner Funktion als Investkredit-Vorstandsvorsitzender). Das nächste tourliche Aufsichtsratstreffen, bei dem die Weichen für Stadlers Einzug in den ÖVAG-Vorstand gestellt werden können, findet laut Pinkl kommenden März statt.

Die Wiener Spezialbank Investkredit (Unternehmen, Kommunen, Immobilien) steht seit Sommer 2005 praktisch im Alleineigentum der Österreichischen Volksbanken-AG (ÖVAG). Die Abspaltung des restlichen Streubesitzes (rund 3 Prozent) samt Rückzug von der Wiener Börse wird in den nächsten Wochen abgehakt sein. Über 800 Mio. Euro hat die ÖVAG für den Kauf der Investkredit flüssig gemacht.

Grundkonzept bis Jahresende

Das Grundkonzept für die Integration der Investkredit (einschließlich ihrer Töchter Kommunalkredit und Europolis) in den Volksbankensektor will Pinkl - wie er gestern bekräftigte - bis Jahresende auf dem Tisch haben, unmittelbar danach wird die Umsetzung angegangen. Arbeitsgruppen in der ÖVAG und der Investkredit sind bereits eingerichtet. Unterstützend zur Seite steht die Beraterfirma Boston Consulting.

In der Causa Hypo Niederösterreich hofft Pinkl auf eine "Lösung in den nächsten Monaten". Die Klage des Landes sei noch aufrecht, bisher sei keine Einigung erzielt worden. Die ÖVAG hält an der Hypo 41 Prozent. Im Zuge der Investkredit-Übernahme hat sie ihre Beteiligung der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) angeboten, dabei das Land, den Hypo-Mehrheitseigentümer aber nicht informiert. Das Land, das ein Vorkaufsrecht auf die Hypo-Anteile der ÖVAG hat, hat daraufhin Schieds- und Feststellungsklagen gegen die ÖVAG eingebracht. (APA)

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