Linz Textil baut erneut 100 Stellen ab

8. Dezember 2005, 17:38
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Ende Mai wurde der Abbau von 120 der damals noch 1.250 Mitarbeiter angekündigt - bis Ende September sank Personalstand auf 995

Wien/Linz - Die börsenotierte Linz Textil Holding AG spart weiter. Ende Mai hatte der Vorstand den Abbau von 120 der damals noch 1.250 Mitarbeiter angekündigt. Von Ende Juli bis Ende September hat das Unternehmen nun noch einmal 100 Stellen abgebaut. Bis 30.9. sank der Personalstand auf 995 Mitarbeiter, geht aus dem Quartalsbericht des Unternehmens hervor. Die Baumwollspinnerei Jindrichuv Hradec in Tschechien wurde komplett geschlossen.

Die Linz Textil war vom Textilstreit zwischen China und der EU direkt betroffen. Die Auswirkungen nach wie vor massiver Importe aus Asien und das gebremste Kaufverhalten in Europa hätten auch im abgelaufenen Quartal weitere Kapazitätsrücknahmen notwendig gemacht, erklärte das Unternehmen.

Nach dem Wegfall der weltweiten Textilquoten zum Jahresbeginn waren die chinesischen Ausfuhren, die im vergangenen Jahr bereits einen Wert von 95 Mrd. Dollar (77,7 Mrd. Euro) erreicht hatten, sprunghaft angestiegen. Erst im Juni hatten sich China und die Europäische Union darauf verständigt, dass die Volksrepublik die Importe nach Europa bis Ende 2008 wieder beschränken wird.

Weitere Restrukturierung

Angesichts der eher schwachen Konjunktur sieht die Linz Textil-Gruppe dennoch auch weiterhin ein Anhalten der verschärften Marktbedingungen und will die eingeleitete Restrukturierung fortsetzen.

In den ersten neun Monaten sind die Gewinne des Unternehmens deutlich zurückgegangen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sank bis Ende September auf 3,07 Mio. Euro (nach 5,03 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum). Der Umsatz blieb mit 125,6 (125,5) Mio. Euro konstant, so das Unternehmen am Dienstag in einem Aktionärsbrief.

Das dritte Quartal sei auch von der Standortverlegung von Maschinenkapazitäten innerhalb der Gruppe geprägt gewesen, so Linz Textil. Neu investiert wurde am Standort Matrei. Bei Vossen wurde in Jennersdorf ein neues Gebäude für Produktpräsentationen errichtet.

Die Entwicklung der Märkte sieht das Unternehmen in den Ländern des Ostens gut ausgeprägt. In den westeuropäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien sei nach wie vor eine "lethargische Grundeinstellung" vorherrschend, heißt es im Aktionärsbrief. Das Stagnieren der Kaufkraft in Mitteleuropa mache ein noch stärkeres Engagement in den neuen Märkten wie Osteuropa und Asien zwingend.

Der Unternehmenserfolg der Linz Textil-Gruppe hält weiter bei einem Cash-Flow von 10 Prozent. Im vierten Quartal werden außerordentliche Ergebnisse aus stilllegungsbedingten Anlagenveräußerungen erwartet. Die Bilanzsumme wurde einschließlich der Konsolidierung von Vossen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 6,5 Mio. Euro auf 133,2 Mio. Euro gesenkt. (APA)

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