Flughafen hält an Passagierprognose fest

8. Dezember 2005, 17:42
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Keine Stellungnahme gab es auf einer Investorenkonferenz zur Privatisierung des Flughafen Bratislava/Pressburg

New York - Der Flughafen Wien bekräftigt das geplante Verkehrswachstum von rund 8 Prozent im laufenden Geschäftsjahr 2005. "Die Prognose bleibt gleich", erklärte Vorstandschef Herbert Kaufmann am Rande einer Investorenkonferenz österreichischer Unternehmen am Montag in New York.

In den ersten neun Monaten 2005 betrug das Passagierplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum 7,3 Prozent. Ob die Differenz zur Prognose durch höheres Wachstum im vierten Quartal aufgeholt oder als "Schwankungsbreite" verbucht werden soll, blieb offen. In Summe werde der Vienna International Airport (VIE) 2005 im Gesamtjahr knapp unter 16 Millionen Fluggäste aufweisen, erklärte Kaufmann bei der von der Wiener Börse und der Erste Bank organisierten Veranstaltung, an der sich ein gutes Dutzend heimischer Börseunternehmen beteiligten.

Fast die Hälfte der Passagierzuwächse geht laut Kaufmann auf die Billigfluggesellschaften zurück, die ihren Marktanteil in Wien auf mittlerweile 13 Prozent erhöht haben. Weiters sorgten auch ein höheres Verkehrsaufkommen von/nach Mittel- und Osteuropa (CEE) sowie Fernost für Zuwächse.

Mittelfristig will der Flughafen Wien um rund einen Prozentpunkt stärker wachsen als die durchschnittliche europäische Verkehrsprognose von 4 bis 5 Prozent.

Keine Stellungnahme abgeben wollte Kaufmann zur Privatisierung des nur eine Autostunde von Wien entfernten Flughafen Bratislava/Pressburg, wo die Frist zur Abgabe verbindlicher Angebote am 5. Dezember endet. Der Flughafen hat wiederholt sein starkes Interesse deponiert, zuletzt wurde in slowakischen Medien über eine mögliche Disqualifikation des Bieterkonsortiums TwoOne mit dem Flughafen Wien spekuliert, weil ein Mitglied ausschreibungswidrig auch an einem anderen - mittlerweile aus dem Bieterprozess ausgestiegenen - Konsortium beteiligt gewesen sei.

Nicht weiter kommentieren wollte Kaufmann auch den Erwerb eines Anteils zwischen 5 und 10 Prozent am Flughafen Malta durch die Tochtergesellschaft VIE Malta Ltd. Der Flughafen Wien war bereits seit 2000 über das von ihm geführte Konsortium Malta Mediterranean Link (MML) mit 40 Prozent am Airport Malta beteiligt. Kaufmann zeigte sich "sehr zufrieden" mit Malta. Der Flughafen Malta verzeichnete 2004 bei einem Passagieraufkommen von 2,81 Millionen einen Umsatz von 38,63 Mio. Euro, der Nachsteuergewinn habe 7,51 Mio. Euro betragen.

Noch nicht konkret sei die angedachte Ausschreibung des Flughafen Zagreb, für den Wien ebenfalls Interesse bekundet hat. Noch unkonkreter sei die "Idee" einer Privatisierung des Flughafen Bukarest, so Kaufmann. Grundsätzlich sei der Flughafen "überall" in der Region interessiert. (APA)

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