Metro-Gesellschafter im Visier der Finanzaufsicht

8. Dezember 2005, 17:38
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Deutsche Börsenaufsicht hat die Hauptgesellschafter des Konzerns wegen zweifelhaften Umgangs mit Stimmrechten im Visier

Hamburg - Die deutsche Börsenaufsicht hat die Hauptgesellschafter des Metro-Konzerns laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) wegen zweifelhaften Umgangs mit Stimmrechten im Visier. Es bestehe der Verdacht, dass die drei gemeinsam agierenden Großaktionäre des größten deutschen Handelskonzerns, Otto Beisheim sowie die Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, über Jahre hinweg Veröffentlichungspflichten im Zusammenhang mit ihren Stimmrechten verletzt hätten, berichtete das Blatt. Auslöser der Ermittlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) seien Vorgänge aus den Jahren 2000 bis 2002.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätten die Großaktionäre, die gemeinsam über 56,5 Prozent der Stimmrechte ausüben, seinerzeit gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen. Im äußersten Fall könnten die Aktionäre Dividendenansprüche in dreistelliger Millionenhöhe verlieren, berichtete die "FTD".

Die Metro Vermögensverwaltung, in der die drei Großaktionäre ihre Anteile gebündelt haben, hatte dem Bericht zufolge erst im März dieses Jahres gemeldet, dass Anfang 2001 zeitweise einer Gesellschaft namens Baluba Investment mit Sitz in Guernsey ein Stimmrechtsanteil von 56,5 Prozent an der Metro AG zuzurechnen war. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz müssen Großaktionäre bestimmte Veränderungen der Stimmrechte jedoch unverzüglich mitteilen. Nur wenn sie dies ordnungsgemäß tun, kommen unanfechtbare Hauptversammlungsbeschlüsse zu Stande. Außerdem ist das Recht auf eine Dividende an die ordnungsgemäße Bekanntgabe der Stimmrechte geknüpft. (APA)

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