Vereinigte Arabische Emirate: Hormontherapie für Homosexuelle

2. Dezember 2005, 18:13
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Abu Dhabi kündigt medizinische Zwangsbehandlung an - USA verurteilen Vorgehen - Ausländer werden ausgewiesen

Dubai/Washington - Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) werden nach offiziellen Angaben eine Gruppe von festgenommenen Homosexuellen einer Hormontherapie unterziehen. Sicherheitskräfte hatten Anfang des Monats bei einer Razzia in einem Hotel 26 gleichgeschlechtlich Orientierte aus asiatischen und arabischen Ländern festgenommen, die dort eine Party veranstaltet hatten. Offenbar habe es um eine Art Hochzeitszeremonie gehandelt, hieß es.

"Unmoralisches Verhalten"

Am Dienstag sagte Polizeihauptmann Najm al-Sayar der Nachrichtenagentur Reuters, die Ausländer sollten ausgewiesen und die Einheimischen "psychologisch, medizinisch und soziologisch behandelt" werden. "Einige von ihnen werden männliche Hormone erhalten, weil einige tatsächlich weibliche Hormone genommen haben", sagt der Offizier. "Solches Verhalten ist in unserer Gesellschaft unmoralisch und wir müssen dagegen vorgehen."

Die staatliche Nachrichtenagentur WAM zitierte einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter des Innenministeriums, der die Aussage in Frage stellte. Es stehe dem Ministerium nicht zu, Strafen festzulegen oder Therapien anzuordnen, hieß es. Ein Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, verurteilte in Washington die Festnahmen und forderte die Regierung der VAE auf, von jeder Form der Hormontherapie oder psychologischen Behandlung abzusehen. In den meisten arabischen Staaten ist Homosexualität verboten.

Sexuelle Orientierung "heilen"

Die VAE entstanden 1971 durch den Zusammenschluss der Emirate Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Fujairah, Umm al Qwain, Ajman und Ras al Khaimah. Die Nachbaremirate Katar und Bahrain (das inzwischen zum Königreich erhoben wurde) hatten es vorgezogen, ebenso wie Kuwait separat souverän zu werden. Zusammen mit Saudiarabien, Kuwait, Katar, Bahrain und dem Sultanat Oman bilden die VAE den Golfkooperationsrat (GCC).

Die Polizei in Abu Dhabi hatte am Wochenende 26 Männer unter dem Verdacht festgenommen, eine Schwulen-Hochzeit geplant zu haben. In dem konservativen Golfstaat ist Homosexualität verboten. Den Festgenommenen drohen Prügelstrafen und bis zu fünf Jahre Gefängnis. Ein Sprecher des Innenministerium hatte zudem angekündigt, die Männer sollten möglicherweise einer Behandlung unterzogen werden, um ihre sexuelle Orientierung zu "heilen". (APA/Reuters)

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