Küniglberg: Generalmobilmachung der Großparteien

7. Dezember 2005, 08:24
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Drei aus 35: Ab Dienstag geht es bei der Faxwahl von sechs Publikumsräten um die Mehrheit der ÖVP im Stiftungsrat des ORF

Es geht um drei aus 35. Ab Dienstag geht es bei der Faxwahl von sechs Publikumsräten um die Mehrheit der ÖVP im Stiftungsrat des ORF. Die wählt 2006 die nächste Führung.

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Hatten Sie schon Besuch vom Seniorenbund? Vom Pensionistenverband? Vom Roten Kreuz? All diese Organisationen und mehr sammeln munter Wahlformulare für den ORF-Publikumsrat ab.

Hauptsache, die Formulare tragen jene Teilnehmernummer, mit denen die Haushalte bei der ORF-Gebührentochter GIS registriert sind. Nur mit Nummer gilt der Stimmzettel für die Wahl des Publikumsrates. Die übrigen Positionen füllt gerne die absammelnde Organisation aus. Natürlich mit den Kennziffern der jeweils "unsrigen" Kandidaten.

Die Kandidaten der SPÖ und ÖVP

Die unabhängigen Kandidaten der SPÖ: Fritz Muliar, Erwin Steinhauer, Barbara Blaha, Siegfried Meryn, Steffi Graf und Harald Glatz. Jene der ÖVP: Helmut Pechlaner, Kathrin Zettel, Aloisia Fischer, Franz Stocher, Fredy Mayr vom Roten Kreuz und Kurt Bergmann. Der ORF- und ÖVP-Veteran wirbelt wahlkämpfend durch Österreich.

Eigentliches Ziel: Drei der sechs direkt gewählten Publikumsräte nehmen auch im Stiftungsrat Platz, dem eigentlich mächtigen ORF-Gremium. Dort fehlen der ÖVP Stimmen zur Mehrheit, mit der sie 2006 den nächsten ORF-General wählen kann. Sie scheiterte 2001 an der selbst erfundenen Publikumswahl, nur rote Kandidaten wurden gewählt. Deshalb die schwarze Generalmobilmachung.

Publikumsrat entsendet Stiftungsräte

Im Jänner - derzeit geplant: am 9. - soll der Publikumsrat seine Stiftungsräte entsenden. Jeder gewählte VP-Mann hat dank schwarzer Mehrheit dort sein Ticket im Stiftungsrat fix.

Ihr Parteimandat im Stiftungsrat besetzt die FPÖ mit dem Wiener Rechtsanwalt Peter Fichtenbauer. Die ÖVP schweigt weiter über ihre zwei. Kolportiert werden neu Peter Koren (Industriellenvereinigung, früher Sekretär von Klubchef Willi Molterer) und neuerlich Thomas Uher (Bundesforste). (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 29.11.2005)

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